RLV fordert: Flächenverbrauch muss gestoppt werden

21.12.2017
Schwarz-Gelb gibt landwirtschaftliche Flächen preis: 5-ha-Ziel endgültig zugunsten Siedlungs- und Straßenbau gekippt

Bernhard Conzen

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) schlägt Alarm – „Es müssen endlich feste Vorgaben zum Stopp des Flächenverbrauchs und dem Schutz der heimischen Nahrungsmittelproduktion gemacht werden“, fordert RLV-Präsident Bernhard Conzen anlässlich des Beschlusses der Landesregierung, im Rahmen des Regierungsprogrammes zur Ankurbelung der Wirtschaft („Entfesselungspaket“), das 5-ha-Ziel nicht mehr im Landesentwicklungsplan verbindlich festzuschreiben.

Von dem auch durch die rot-grüne Vorgängerregierung mitgetragenen Ziel, den Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsflächen wie Autobahnen oder Gewerbegebiete bis 2020 auf 5 ha pro Tag zu senken, sei die Regierung in NRW noch weit entfernt. Pro Tag sind es aktuell circa 10 ha. „Diese riesige Fläche geht uns täglich verloren. Und sie geht vor allem für die landwirtschaftliche Produktion verloren, also unser aller Lebensmittel. Auf Beton wächst keine Nahrung und erst recht keine biologische Vielfalt“, so der RLV-Präsident. Für die Bauern besonders frustrierend: Immer öfter stehen sie für den Schwund an Artenreichtum und Vielfalt am Pranger. „Landwirte tun jedoch Vieles für den Artenschutz, da sie davon abhängig sind. Doch ob im neuen Industriegebiet oder auf der Autobahn Honigbienen Nahrung finden, das wage ich zu bezweifeln.“

Nach Meinung des RLV muss der Stopp des Flächenfraßes zu den obersten Prioritäten der nordrhein-westfälischen Regierung gehören. Daran, wie auch an einer flächensparenden Handhabung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, sollte in Zukunft gearbeitet werden. „Auch wenn Handel und Industrie vielleicht anderer Meinung sind, wenn wir weiterhin Lebensmittel aus der Region in gewohnt hoher Qualität und zu fairen Preisen liefern sollen, dann müssen die Acker- und Grünlandflächen besser geschützt werden“, so Conzen abschließend.


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