RLV-Newsletter für Mitglieder - 25.04.2019

25.04.2019
Sehr geehrte Damen und Herren,   hiermit möchten wir Sie mit dem RLV-Newsletter zu aktuellen Anlässen über Serviceangebote und wichtige agrarpolitische Hinweise informieren.   Mit freundlichen Grüßen Ihr Rheinischer Landwirtschafts-Verband

News

1. RLV bietet Übersichtskarte über Bienenweiden-Patenschaften

2. Jetzt bestellen: Blühstreifen-Schilder

3. Honigbrache-Saatgut: Einfach gut auswählen

4. Wildretter bauen und Rehkitze schützen

 

 

1. RLV bietet Übersichtskarte über Bienenweiden-Patenschaften

Eine Übersichtskarte gibt es hier: https://www.rlv.de/verbraucher/blueh-patenschaft/ Stehen Sie noch nicht drin? Dann schreiben Sie an info@remove-this.rlv.de!

Immer mehr Landwirte möchten sogenannte Bienenweiden-Patenschaften vergeben. Damit stellen sie ihre Flächen für den Artenschutz bereit und laden gleichzeitig die Öffentlichkeit ein, sie dabei zu unterstützen. Bereits in den vergangenen Wochen hatten mehrere Landwirte in NRW ihre Bienenweiden-Patenschaften in Internetportalen, wie zum Beispiel bei Ebay-Kleinanzeigen, eingestellt. Jetzt gibt es erste interessierte Bürger, die sich für eine Bienenweiden-Patenschaft entschieden haben. Getreu nach dem Motto „Bienenweide statt Blumenstrauß“ zu verschenken, käme es gut bei den Verbrauchern an, berichten die beteiligten Landwirte.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) unterstützt die Landwirte bei diesem Vorhaben und bietet ihnen die nötigen Formulare im Mitgliederbereich an unter www.rlv.de. Hier finden Interessierte ein Merkblatt für solche Bienenweiden-Patenschaften, ein Vertragsmuster sowie ein Zertifikat, das den jeweiligen Paten ausgehändigt werden kann.

https://www.rlv.de/mitglieder/beitrag/detail/infos-zu-bienenweide-patenschaften/

 

2. Jetzt bestellen: Blühstreifen-Schilder

Landwirte setzen sich für die Artenvielfalt ein! Darauf können Interessierte jetzt mit einem Schild hinweisen. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) bietet Hinweis-schilder in der Größe DIN A2 zum Thema Blühstreifen an. „Diese Fläche stellt ihr Landwirt der Natur zur Verfügung. Ihr Landwirt setzt sich für die Artenvielfalt ein! Bitte helfen Sie, die hier lebenden Tiere und Pflanzen nicht zu stören. Bitte betreten Sie die Fläche nicht! Führen Sie Hunde auf den Wegen! Vielen Dank, Ihr Landwirt!“ steht auf dem Schild. Im Hintergrund ist ein bunter Blühstreifen mit Klatschmohn, Phacelia und vielem mehr zu sehen. Wenn ein Fußgänger daran vorbei geht, kann er sich über die Leistungen der Landwirte im Artenschutz informieren. Die Schilder sind beim RLV zu einem vergünstigten Preis von 15 € plus Versandkosten zu bestellen unter info@remove-this.rlv.de oder unter Telefon: 02 28/5 20 06-5 6

 

3. Honigbrache-Saatgut: Einfach gut auswählen

Noch bis zum 31. Mai können Landwirte im Rahmen des Greenings sogenannte „Honigbrachen“ als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) zur Förderung von Bienen mit pollen- und nektarreichen Pflanzen anlegen. Doch was ist zu beachten, um aus den insgesamt 86 erlaubten Pflanzenarten eine empfehlenswerte Mischung zusammenzustellen?

Aus Sicht unserer Stiftung weisen die 2018 neu geschaffenen Vorgaben zur Anlage von „Honigbrachen“ (für Honigpflanzen genutztes brachliegendes Land) als ÖVF Optimierungspotential auf. Dies gilt insbesondere für die erlaubte Integration zahlreicher heimischer Wildpflanzen, sogar gefährdeter Arten, ohne die Pflicht zur Verwendung zertifizierten Regiosaatgutes.

Wer aufmerksam aus den angebotenen Mischungen auswählt oder sich von einem Saatgutanbieter eine eigene Mischung erstellen lässt, hat jedoch die Möglichkeit, das Beste aus den Vorgaben zu machen – für die Vielfalt heimischer Insekten und Pflanzen sowie auch für die Fruchtfolge. Hierbei helfen die Praxistipps unserer Stiftung für den „Last-Minute-Kauf“ von Honigbrache-Saatgut.

Viel hilft viel? Ja, aber nur bei Beachtung der Herkunftsqualität!

Das derzeit große Engagement für Insekten von Seiten der Landwirtschaft, der Politik und der breiten Gesellschaft ist begrüßenswert. Jedoch sollten hierbei grundlegende naturschutzfachliche Standards beachtet werden. Geschieht dies nicht, können gut gemeinte Einsaaten zu ungewollten Veränderungen der heimischen regionalen Flora führen. Dies gilt in besonderem Maße für großflächige Ansaaten von nichtregionalen Wildpflanzen auf landwirtschaftlichen Flächen.

Aus gutem Grund ist spätestens ab 2020 für Einsaaten zu Naturschutzzwecken in der „freien Natur“ die Verwendung von zertifiziertem Regiosaatgut vorgeschrieben, das aus der Herkunftsregion des späteren Einsaatstandortes stammt. Dies sollte nach Auffassung unserer Stiftung auch auf landwirtschaftlichen Flächen beherzigt werden. Zwar ist zertfiziertes Regiosaatgut meist teurer als nicht regiozertifiziertes Wildpflanzensaatgut. Doch nur mit regionalem Saatgut lässt sich auch die regionale Vielfalt der heimischen Pflanzenarten erhalten.

https://www.rheinische-kulturlandschaft.de/honigbrache-saatgut-einfach-gut-auswaehlen/

 

4. Wildretter bauen und Rehkitze schützen

Eine Bauanleitung gibt es hier: https://www.rlv.de/mitglieder/wildretter-bauen/

Hätten Sie es gewusst? Rheinische Landwirte setzen sich mit Alarmgeräten beim Grasschnitt für die Artenvielfalt ein. Ende April steht der erste Grasschnitt an und für die Landwirte geht es jetzt darum, Maßnahmen zum Schutz von Wildtieren zu ergreifen.

Denn tote Kitze in der Grassilage oder in der Heumahd sind ein Anblick, den kein Landwirt möchte. Unfälle mit Wildtieren lassen sich durch gezielte Maßnahmen größtenteils vermeiden, zum Beispiel durch den Einsatz eines Wildretters, einem Alarmgerät, das die Tiere beim Grasschneiden aufscheucht.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, setzen zahlreiche Landwirte diese Wildretter ein, um Rehkitze, Hasen und Co. zu schützen. Das Alarmgerät wird vorne am Trecker befestigt. Der Wildretter sendet 5 ha weit einen durchdringenden Alarmton mit 105 dB Schalldruck aus. Rehkitze, Hasen und andere Wildtiere werden gewarnt, dass Gefahr im Verzug ist, und bringen sich in Sicherheit. Eine Bauanleitung gibt es unter www.rlv.de/mitglieder/wildretter-bauen/. Für Landwirte liegt der Vorteil des Wildretters nach RLV-Angaben auf der Hand: Es ist nicht nur furchtbar, die Tiere unbeabsichtigt zu verletzen, sondern es verunreinigt auch die Silage. Gerettet werden durch das Alarmgerät fast alle Hasen und Kaninchen ab einem Alter von drei Monaten, erwachsene Fasane, Rehkitze ab dem Alter von etwa drei Wochen und jedes erwachsene Wild.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Wild, wie Rehkitze und Hasen, die jetzt ihre Junge aufziehen, vor dem „Mähtod“ zu schützen. Wie der RLV dazu mitteilt, gehen Bauern die Fläche vor der Mahd ab und mähen von innen nach außen, um den Wildtieren einen Fluchtweg zu bieten. Zahlreiche Landwirte verwenden laut RLV bereits so genannte Wildretter. Wichtig ist auch die gute Zusammenarbeit von Jägern und Landwirten. Auch Drohnen, die mithilfe von Wärmebildkameras Rehkitze aufspüren, werden eingesetzt.

Landwirte setzen sich mit Herz und Technik für die Artenvielfalt ein. Ob durch Blühstreifen als insektenreiche Nahrungsspender, durch Brachen als Brutstätten oder blühende Zwischenfrüchte. Auch mit dem Einsatz von Wildrettern leisten die rheinischen Bauern einen enormen Beitrag zur Biodiversität.

https://www.rlv.de/presse/beitrag-presse/detail/wildretter-schuetzen-rehkitze-hasen-und-co-4/

 


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