RLV zum weiteren Umgang mit dem Wolf in NRW

19.12.2018
Die Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen und jüngste Meldungen über Nutztierrisse am Niederrhein sorgen weiter für Diskussionen. Der Fachausschuss "Rinder" des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) hat sich gestern in einer Erklärung zum weiteren Umgang mit dem Wolf geäußert.

Beim Herdenschutz ebenso wie bei der Entschädigung von Tierrissen bedarf es einer Regelung, die die finanzielle Belastung der Tierhalter ohne Einschränkungen ausgleicht. Die Tierhalter begrüßen die Überlegungen, bei der Förderung des Herdenschutzes nachzubessern. Die Landwirte erwarten jedoch, dass neben dem Materialaufwand auch Aufbau- und Unterhaltungskosten zu 100 % gefördert werden, erklärt der RLV. Zudem muss auch bei der Entschädigung von Tierverlusten der erhöhte Arbeits- und Betreuungsbedarf nach einer Attacke finanziell berücksichtigt werden. Positiv wertet der Fachausschuss die Absicht, künftig auch außerhalb ausgewiesener Wolfsgebiete Schutzmaßnahmen finanziell zu unterstützen.

Unterstützt wurde im Fachausschuss darüber hinaus die Forderung der Länder-Umweltminister, zum Schutz der Weidetierhaltung zeitnah eine rechtssichere Grundlage zur Entnahme problematischer Wölfe zu schaffen. Gleichzeitig sollten auch Erfahrungen und Lösungsansätze anderer Mitgliedsstaaten in den Blick genommen werden, wie vom Bundesrat in seiner letzten Entschließung zum Umgang mit dem Wolf, aber auch im Koalitionsvertrag NRW vorgeschlagen wird. Dringend angezeigt ist zudem eine erhebliche Beschleunigung der DNA-Untersuchungen nach Tierrissen, damit Ergebnisse zur Feststellung des Verursachers innerhalb weniger Tage vorliegen.

Überaus besorgt zeigt sich der Fachausschuss laut RLV über Meldungen von Nutztierrissen im Wolfsgebiet "Schermbeck". Die jüngsten Geschehnisse in Hünxe vergrößerten diese Sorge: Binnen weniger Tage wurde eine Schafherde zweimal Opfer eines Angriffs mit mehreren toten und verletzten Tieren. Die endgültige Klärung der Riss-Ursache und der genaueren Umstände steht noch aus. Sollte festgestellt werden, dass ein Wolf geeignete Herdenschutzmaßnahmen zweimal überwunden und Nutztiere gerissen hat, spricht sich der RLV-Fachausschuss "Rinder" für die Entnahme beziehungsweise Tötung des Wolfes aus.


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