Tolle Knolle: Fakten über ein nahrhaftes Multitalent

20.05.2020
Die Deutschen werden liebevoll als „Kartoffelesser“ bezeichnet – wurden sie zumindest einmal. Der Verzehr von Speisefrischkartoffeln ist leider rückläufig. Dabei ist die Kartoffel ein echtes Multitalent: Gesund, lecker, voller Vitamine und vergleichsweise kalorienarm. Darauf weist der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hin.

Foto: Andrea Hornfischer

Kartoffeln machen dick? Von wegen! Kartoffeln sind laut RLV als Dickmacher in Verruf geraten, weil viele ihrer beliebten Zubereitungsarten, wie Chips, Bratkartoffeln oder Pommes, fettig sind. Gekochte Kartoffeln haben 77 Kalorien pro 100 g, beispielsweise weniger als Bananen. Kartoffeln sind reich an Vitamin C, Magnesium und Kalzium. Eisen und Vitamin B 6 sind auch enthalten.

Der viel zitierte Volksmund irrt, wenn er sagt: „Die dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln“. Denn es braucht schon sehr viel Sachverstand, wirtschaftlichen Mut und tatkräftigen Einsatzwillen, um als Kartoffelbauer erfolgreich zu sein.

Bei Frühkartoffeln handelt es sich um sehr frühe Sorten, wie Annabelle, Anais, Berber und Gloria. Bereits im Januar oder Februar werden die Frühkartoffeln vorgekeimt, damit sie Mitte März gepflanzt und von Mai bis Juli geerntet werden können. Sie werden speziell zum Frischverzehr angebaut, da sie nicht unbegrenzt lagerfähig sind. Der Ab-Hof-Verkauf spielt bei der Frühkartoffelvermarktung eine wichtige Rolle, besonders in der Spargelzeit. Die Frühkartoffel-Saison endet Mitte August. Die Haupternte der Kartoffeln beginnt Mitte August und dauert bis Mitte Oktober. Dann können die Verbraucher festschalige Kartoffel-Sorten kaufen, die sich einlagern lassen.

Anfang Juni werden erste kleine Mengen, zunächst für die Direktvermarktung, geerntet. Mitte Juni beginnt die Lieferung an Großmärkte und Markthändler. Die Witterung der letzten Monate ist für die Kartoffel gut gewesen. Sie wachsen optimal heran und die Verbraucher werden eine formschöne und gut schmeckende rheinische Kartoffel auf den Höfen, Wochenmärkten und im Einzelhandel kaufen können.


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