Wolfsgebiet Eifel: Tierhalter in Sorge

05.07.2019
Nach mehrfachen Sichtungen und Rissen von Schafen in der Nähe von Monschau hat das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium kürzlich das Wolfsgebiet "Eifel - Hohes Venn" ausgewiesen. Angaben des Ministeriums zufolge muss davon ausgegangen werden, dass in der Region ein Wolf standorttreu geworden ist. Mit dem nunmehr dritten Wolfsgebiet in Nordrhein-Westfalen stehen auch die Weidetierhalter in der Eifel vor enormen Herausforderungen, warnt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn.

Foto: Katja Tomaschek

Zwar können im Wolfsgebiet ebenso wie in der umliegenden Pufferzone Halter von Schafen, Ziegen und Gehegewild eine Förderung von Herdenschutzmaßnahmen beantragen. Gefördert wird aber nur die Anschaffung, die Folgekosten - etwa für den Aufbau und die Unterhaltung von Schutzzäunen - bleiben völlig unberücksichtigt. Ähnliches gilt für die Entschädigung von Tierrissen. Der stark erhöhte Arbeitsaufwand durch eine in Panik versetzte Herde bleibt hier ebenso außen vor wie etwa die Pflege verwaister Jungtiere. Angezeigt ist aber auch eine deutliche Beschleunigung der DNA-Untersuchungen nach Tierrissen, damit Ergebnisse zur Feststellung des Verursachers nicht erst nach Wochen vorliegen, in denen die Tierhalter im Ungewissen bleiben.

„Berichte von Tierrissen in der Eifel lassen keinen Tierhalter mehr gut schlafen“, befürchtet Bernhard Conzen, Präsident des RLV. Wie Beispiele aus anderen Regionen zeigen, bieten auch Herdenschutzmaßnahmen keine hundertprozentige Garantie für die Sicherheit der Herden. Die Förderung von Schutzmaßnahmen und die konsequente Entnahme von Wölfen, die Herden trotzdem angreifen oder Weidetiere reißen, sind daher für den Verband zwei Seiten einer Medaille. Perspektivisch gefragt ist zudem eine aktive Regulierung des Wolfsbestandes. "Mit der Weidetierhaltung steht viel auf dem Spiel", warnt Conzen. Für den Erhalt und die Entwicklung einer einzigartigen Kulturlandschaft wie der Eifel mit all ihren positiven Effekten für Naturschutz, Naherholung und Tourismus ist die Weidetierhaltung unverzichtbar, mahnt der RLV-Präsident.


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