Wolfsgebiet Schermbeck: Angst der Tierhalter bleibt

22.02.2021
Mit Enttäuschung reagiert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) auf die Ergebnisse des vom NRW-Umweltministerium zum Thema Wolf bei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes (DBBW) in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Bewertung der Nutztierrisse im Wolfsgebiet Schermbeck.

Nach Angaben des Ministeriums kam es seit 2018 zu 56 Vorfällen mit insgesamt 111 getöteten Weidetieren - mit wenigen Ausnahmen konnten die Übergriffe der zugewanderten Wölfin zugeordnet werden. In mindestens vier Fällen wurde dabei ein selbst nach den Empfehlungen des Bundes ausreichender Herdenschutz überwunden. Dennoch kommt das Gutachten zu der Einschätzung, dass eine Entnahme des betreffenden Wolfs zurzeit nicht in Betracht zu ziehen sei und empfiehlt eine konsequente Anwendung des empfohlenen Herdenschutzes.

Nach Auffassung des RLV schiebt die DBBW damit nicht zu ersten Mal die Verantwortung für Wolfsrisse allein den Weidetierhaltern zu, indem deren Schutzbemühungen als unzulänglich beschrieben werden. Bereits im vergangenen Jahr war an der Darstellung der Risssituation im Rahmen des bundesweiten DBBW-Schadensberichtes Kritik geübt worden. Während die Wölfe in den anderen Wolfsgebieten Nordrhein-Westfalens aktuell kaum in Erscheinung treten, eskaliert die Situation am Niederrhein – inzwischen wurden sogar zwei Ponys gerissen. Die unterschiedliche Situation ist nach Auffassung des RLV einzig auf die dort lebenden Wolfsindividuen zurückzuführen.

Mit der Empfehlung der DBBW, trotz Überwinden von Schutzzäunen eine Entnahme nicht zu veranlassen, stellt sich für den RLV die Frage, unter welchen Bedingungen eine Entnahme überhaupt möglich sein soll. Ein ständiges „Aufrüsten“ bei den Schutzmaßnahmen kann aus Sicht des Verbandes keine Lösung sein. Insbesondere Herdenschutzhunde sind nicht für jedermann geeignet, in den falschen oder zu unerfahrenen Händen können die meist kräftigen Tiere schnell gefährlich werden. Als Offenbarungseid wertet der RLV zudem Empfehlungen von Seiten des organisierten Naturschutzes, Weidetiere während der Nachtzeit aufzustallen – es käme damit wie befürchtet: Der Wolf treibt die Tiere in den Stall. Die Förderung von Präventionsmaßnahmen und eine schnelle Entnahme von Wölfen, die trotz Schutzmaßnahmen Weidetiere angreifen oder reißen, müssen vielmehr „zwei Seiten einer Medaille“ sein. Unterbleiben hier Konsequenzen, wird die Akzeptanz für den Wolf am Niederrhein weiter schwinden.

Unverständlich aus Sicht der hiesigen Tierhalter ist auch, warum trotz gleichem Schutzstatus nicht längst Lösungsansätze anderer Mitgliedstaaten in den Blick genommen werden - so könnte etwa wie in Frankreich eine jährliche Entnahmequote festgelegt werden. Den Leid geprüften Tierhaltern vor Ort ist jedenfalls zu wünschen, dass sie endlich wieder ohne Angst und Einschränkungen ihre Tiere halten können, so der RLV.


Weitere Themen

24.02.2021

Was steht auf dem Grünland an?

Auch Grünlandflächen müssen nach dem Winter gehegt und gepflegt werden, damit sie gestärkt in die neue Saison starten, erklärt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV).
mehr dazu
24.02.2021

Wenn die Äpfel aus dem Rheinland immer noch knackig sind …

Verbraucher, die jetzt Äpfel aus dem Rheinland kaufen, werden feststellen, dass die Früchte immer noch knackig sind. Darauf weist der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer (Bonn) hin.
mehr dazu
18.02.2021

Bei jedem Wetter: Rücksicht macht Wege breit

Ob bei Regen, Schnee oder Frühlingserwachen – gerade in Corona-Zeiten genießen viele Menschen und Hundebesitzer Spaziergänge in der Natur. Wenn Trecker und Bürger aneinander vorbei müssen, kann es schon einmal eng werden.
mehr dazu
Best Hentai games 5.1 Surround music Foot Fetish