1 000 Wildretter sind im Einsatz

01.05.2015
Rheinische Landwirte setzen sich mit Alarmgeräten beim Grasschnitt für die Artenvielfalt ein

Nach nur knapp zwei Wochen waren alle 1 000 Wildretter, die der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) an die rheinischen Bauern verlost hat, vergriffen. Mit dem Piepsgerät, das 5 ha weit einen durchdringenden Alarmton mit 105 dB Schalldruck aussendet, werden Wildtiere wie Rehkitze, Hasen und Co. vor dem Mähtod geschützt.

Im Mai und Juni fällt das Aufwachsen der jungen Wildtiere mit dem ersten Grasschnitt zusammen. Tote Kitze und Hasen in der Grassilage oder in der Heumahd will aber kein Landwirt. Unfälle mit Wildtieren lassen sich größtenteils vermeiden, zum Beispiel durch Maßnahmen wie den Einsatz eines Wildretters, einem Alarmgerät, das die Tiere beim Grasschneiden aufscheucht, hebt der RLV hervor. „Landwirte wollen die Vielfalt fördern und Arten schützen. Daher haben wir den Wildretter verteilt“, betonte RLV-Präsident Bernhard Conzen. Der RLV wollte mit der Verlosung der Wildretter noch mehr Landwirten ermöglichen, sich im Wildtierschutz zu engagieren. Landwirte setzen sich darüber hinaus auch mit Blühstreifen als insektenreiche Nahrungsspender, durch Brachen als Brutstätten oder blühende Zwischenfrüchte für die Artenvielfalt ein.

 

Das Alarmgerät wird nach RLV-Angaben vorne am Trecker befestigt. Rehkitze, Hasen und andere Wildtiere werden durch das Alarmsignal gewarnt, dass Gefahr im Verzug ist, und bringen sich in Sicherheit. Für Landwirte liegt der Vorteil des Wildretters auf der Hand: Es ist nicht nur grausam, die Tiere unbeabsichtigt zu verletzen, sondern es verunreinigt auch die Silage. Gerettet werden durch das Alarmgerät fast alle Hasen und Kaninchen ab einem Alter von drei Monaten, erwachsene Fasane, Rehkitze ab dem Alter von etwa drei Wochen und jedes erwachsene Wild.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Wild, wie Rehkitze und Hasen, die jetzt ihre Junge aufziehen, vor dem „Mähtod“ zu schützen. Wie der RLV dazu mitteilt, gehen Bauern die Fläche vor der Mahd ab und mähen von innen nach außen, um den Wildtieren einen Fluchtweg zu bieten. Zahlreiche Landwirte verwenden bereits so genannte Wildretter, wie der Landesjagdverband NRW bestätigen kann. Jäger und Landwirte arbeiten eng zusammen.

Wer die Wildtiere schützen möchte, aber bei der Verlosung kein Gerät gewinnen konnte, kann den Wildretter selbst nachbauen. Eine Anleitung vom Landesjagdverband NRW gibt es unter http://www.jagderleben.de/512353-wildretter. Übrigens: Die Batterie kann man bei Bedarf problemlos austauschen, indem man den Wildretter aufschraubt.

 

 


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