Blühstreifen und Bienenhotel - ein Wellnesspaket für Insekten

31.05.2019
„Insektenschutz gemeinsam anpacken – das ist die Devise“, erklärt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) anlässlich eines Pressetermins mit Umweltministerin Ursula Heinen-Esser in Köln.

Foto: Marilena Kipp

Die Landwirte hatten sich einen besonders schönen Platz für ihre Aktion ausgesucht: einen leuchtend rot/blauen Blühstreifen voller Mohn und Kornblumen in Köln-Widdersdorf. „Wir sind heute nicht ohne Grund hier“, erklärte RLV-Präsident Bernhard Conzen der anwesenden Presse.

„Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Bayern hat eine breite gesellschaftliche Debatte zum Insektenschutz ausgelöst. In NRW wird es zu dieser Thematik auf Einladung der Ministerin am 3. Juni in Düsseldorf eine Diskussionsveranstaltung unter dem Titel „Insekten schützen – Artenvielfalt bewahren“ geben“, erklärte Conzen weiter. Mehr Artenvielfalt und Insektenschutz – das sei auch ein Anliegen der rheinischen Bauern. „Uns ist es wichtig, dass wir Herausforderungen im konstruktiven Dialog mit dem Naturschutz angehen. Dazu gehört auch, das fair und objektiv zu bewerten, was wir schon heute zur Biodiversität beitragen.“ Gemeint seien damit Maßnahmen, wie ebendiese, an der sich die Presse hier versammele.

„Die Kombination aus Blühstreifen und Bienenhotel gibt zahlreichen Insekten ein Zuhause. Mit diesen und anderen Instrumenten, insbesondere der Umsetzung von Agrarumweltmaß-nahmen und Aktivitäten im Vertragsnaturschutz, leistet die Landwirtschaft bereits Enormes zum Erhalt der Biodiversität. Wir stehen in einem engen Austausch und ich spüre eine große Bereitschaft der Landwirte, sich hier zu engagieren", sagte Ministerin Heinen-Esser. Die Landwirte seien zentrale Partner beim Artenschutz. 75 % der rund 150 wichtigsten Nutzpflanzen auf der Welt profitierten von der Bestäubung durch Bienen und andere Insekten.

Allein im letzten Jahr sind im Rheinland auf über 5 700 ha Blüh- und Brachflächen angelegt worden. „Wir Bauern brauchen Bienen und andere Insekten als unersetzliche Bestandteile funktionierender Biotope“, so der Tenor der landwirtschaftlichen Vertreter. Sie demonstrierten der Ministerin verschiedene Naturschutzmaßnahmen, erklärten welche Blühmischung die richtige ist und stellten passend dazu auch verschiedene Bienenhotels vor, also Maßnahmen, mit denen Landwirte wie Verbraucher etwas für die Artenvielfalt tun können.

Genauso wichtig seien Streuobstwiesen, Feldlerchenfenster, Wildretter oder auch Hamster-programme. „Dies sind alles Maßnahmen, an denen wir seit Jahren auf eigene Initiative arbeiten und die wir weiter ausbauen werden. Wir nehmen unseren Teil der Verantwortung für Biodiversität und Artenschutz an!“, so das Fazit von RLV-Präsident Conzen. „Die Heraus-forderung, bestehende Defizite zu beseitigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die können wir, wie die vergangenen Jahre gezeigt haben, am besten im Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz bewältigen.“

Das Bienenhotel in Widdersdorf wurde im Anschluss durch die Ministerin eröffnet. Auf dass es bald vielen Wildbienen und anderen Insekten ein Zuhause bietet – mit reichlich Nahrung.


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