Der erste Schnitt: Sauerkraut für die Kühe

22.04.2020
In dieser Woche mähen und silieren die rheinischen Landwirte Gras – jetzt gibt es Sauerkraut für die Kühe! Die Erzeugung von Grassilage erfolgt nämlich nach demselben Prinzip.

Foto: Marilena Kipp

Kaum sind die Felder mit Kartoffeln, Zuckerrüben, Mais und Co. bestellt, steht der erste Grasschnitt auf dem Programm, erklärt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV).

Die Landwirte stehen somit in den Startlöchern, um Futter für den nächsten Winter einzufahren. Sauerkraut und Grassilage – beide Erzeugnisse werden durch einen Gärvorgang unter Ausschluss von Sauerstoff gewonnen. Das Gras wird nach RLV-Angaben gemäht, später im Silo auf einem Haufen verdichtet und mit einer Folie gut abgedichtet. Durch die luftdichte Lagerung vermehrten sich die Milchsäurebakterien, vergären den Zucker in den Pflanzen und bilden Milchsäure. So erhält das Gemisch einen säuerlichen Geruch und Geschmack. Gleichzeitig wird das Wachstum von Fäulnisbakterien verhindert. Nachdem die Gärung zum Stillstand gekommen ist, bleibt das silierte Futter für lange Zeit haltbar. Nach gut vier Wochen ist es theoretisch „genussfertig“ für die Kühe. Meistens dürfen sie aber erst ab Oktober oder November ans Eingemachte, wenn draußen auf der Weide nichts mehr wächst, so der RLV.

Landwirte sprechen aktuell beim Mähen des Grases vom sogenannten „Ersten Schnitt“. Über das Jahr verteilt erfolgen dann weitere Schnitte. Den genauen Ablauf der Grassilage-Herstellung beschreibt der RLV in einem Kurzfilm. Dieser ist auf der YouTube-Seite des Verbandes unter dem Stichwort „Gras“ einzusehen.


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