Deutschland braucht eine 5D-Strategie

26.07.2017
RLV fordert verlässlichen Rahmen für Ferkelerzeuger

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Veränderungen  in der Schweinehaltung fordert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt eine 5D-Strategie für Schweinefleisch. Dabei stehe 5D für: Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Zerlegung/Verarbeitung in Deutschland.

Nach RLV-Angaben sehen sich die deutschen Schweinehalter ungebremst Forderungen verschiedener Gruppen der Gesellschaft gegenüber, die mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit deutschen Schweinefleischs stark beeinträchtigen werden. Da viele Ansprüche an eine bessere Tierhaltung insbesondere die Sauenhaltung und Ferkelaufzucht in Deutschland deutlich verteuern würden, entschieden sich bereits heute viele Betriebe dazu, die Sauen abzuschaffen, so der RLV.

Höhere Haltungsanforderungen wie die gewünschte uneingeschränkte Bewegungsfreiheit der Muttertiere, den Verzicht auf das Kupieren der Ferkelschwänze zur Vorbeugung gegen Verletzungen und die Kastration mit Betäubung im sensiblen Saugferkelalter könnten sie nicht mehr schultern. Es sei nicht im Sinne der Nachhaltigkeit, wie sie in den letzten Jahren immer lauter gefordert wird, wenn in Deutschland nur noch gemästet, geschlachtet und verarbeitet würde,  mahnt der RLV und unterstreicht damit seine Forderung nach einer praktikablen Kennzeichnung mit 5D.

Schon heute kämen 11 Mio. Ferkel aus den Niederlanden und Dänemark in die Mast nach Deutschland. Diese Importe würden weiter steigen, wenn die Politik nicht endlich einlenke und eine Kaufentscheidung zugunsten höherer Standards auch möglich mache, fürchtet der Verband. Das staatliche Tierwohllabel verspreche an dieser Stelle keine Lösung, es sei zu kompliziert und das daraus vermarktete Fleisch müsste teurer sein als Bio-Fleisch.

Der  RLV ist sich sicher: „Wenn die Politik nicht bald deutliche Signale für den Erhalt der hiesigen Sauenbestände gibt, exportieren wir die Sauenhaltung ins Ausland und damit  unsere Einflussmöglichkeit auf viele Tierschutzthemen.“


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