Futter für die Lademaus

28.10.2015
Wer aufmerksam in diesen Tagen durch die Landschaft fährt oder wandert, wird sie nicht übersehen können: Berge von Zuckerrüben, die zurzeit auf rheinischen Äckern, meist entlang der Feldwege liegen.

Foto: Meike Siebel

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mitteilt, warten diese Berge auf den Transport in eine der drei rheinischen Zuckerfabriken nach Appeldorn, Euskirchen oder Jülich. Während ein Teil der Rüben frisch vom Feld in die Zuckerfabriken geliefert wird, roden die Landwirte den größten Teil der Ernte auf Vorrat und lagern ihn am Feldrand zwischen.

Ursache der Rübenberge ist nach Angaben des RLV die Organisation der Rübenernte, der so genannten Kampagne. Damit die Schornsteine rund um die Uhr dampfen können, brauchen die Zuckerfabriken während der Ernte kontinuierlich Nachschub. Um den Arbeitsablauf in der Fabrik zu rationalisieren, bekommen die Landwirte feste Liefertage vorgegeben. Da Zuckerrüben am besten bei trockenem Wetter sauber geerntet werden können, müssen die Landwirte schöne Tage im Herbst auch dann für die Ernte nutzen, wenn gerade keine Rübenanlieferung ansteht. Wie der RLV weiter mitteilt, kommt auf die Rübenanbauer in diesem Jahr eine besonders lange Kampagne zu. Die Rübenkampagne dürfte nicht wie sonst üblich vor Silvester, sondern wohl erst in den ersten Januartagen beendet sein. Da dann schon Eis und Schnee die Rübenernte und die anschließende Weizenaussaat behindern können, müssen gegen Ende der Kampagne immer mehr Rüben auf Vorrat gerodet werden.

Die Rüben werden von dort aus zum vorgegebenen Termin auf die Rübenzüge - meist Traktoren mit Anhängern oder LKW’s – geladen und in die Fabrik gefahren. Häufig werden sie von großen Reinigungsladern, auch Lademäuse genannt, am Feldrand aufgenommen, über Förderbänder noch einmal von der Erde befreit und auf den Anhänger verladen.

Nachteilig für den Landwirt ist, dass die Rüben in der Feldrandmiete insbesondere vor Frost geschützt werden müssen. Die Abdeckung mit Vlies, Plane oder Folie bringt zusätzliche Kosten und eine Mehrarbeit bis zu zwei Stunden pro Hektar, die der Landwirt tragen muss. Der richtige Zeitpunkt für die Abdeckung muss gut überlegt werden, denn wenn die Rüben unter der Plane ins Schwitzen kommen, verlieren sie durch Atmungsverluste wertvollen Zucker.


Pressekontakt

Ansprechpartnerin

Andrea Hornfischer 
Tel.: 0228/52006-529
Email schreiben

Marilena Kipp
Tel: 0228/52006-551
Email schreiben