Getreideernte auf der Zielgeraden

25.08.2021
„Es war generell zu nass, da die Regenfälle so stark waren!“ – das ist das Fazit des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) zur diesjährigen Getreideernte.

Durch die starken Regenfälle der letzten Wochen war bei der rheinischen Getreideernte eine Hängepartie nach dem „Stop and Go“-Verfahren angesagt. Die immer wiederkehrenden Niederschläge unterbrachen nicht nur den Ablauf, sondern sorgten auch für niedrigere Proteingehalte beim Weizen als im Vorjahr und viel Lagergetreide, sprich: auf dem Boden liegend und dadurch schlechter zu ernten. Auch die Ernteerträge lägen leicht unter dem Durchschnitt des vergangenen Jahres, so der RLV.

Eigentlich ist „die Gerste die Erste“ Anfang Juli bei der Reihenfolge der zu erntenden Getreidesorten. Aber in diesem Jahr stehen tatsächlich jetzt noch einige Restbestände in der Eifel, die wegen des Regens noch nicht geerntet werden konnten. Bei der Wintergerste haben die Landwirte 99 % bereits gedroschen. Die durchschnittliche Erntemenge liegt schätzungsweise bei 78 dt/ha (zum Vergleich Vorjahr: 78 dt/ha). „Generell ist die Wintergerste zu feucht geraten in diesem Jahr. Auch die Hektolitergewichte sind mit 58 kg/hl sehr niedrig, sprich die Gerste ist schlechter gereift als im vergangenen Jahr“, so der RLV.

Die Weizenernte ist auf der Zielgeraden. Die Ernteerträge von geschätzten 79,5 dt/ha liegen unter denen des Vorjahres mit 89,1 dt/ha. „Der Roh-Proteingehalt ist zu niedrig und liegt mit teilweise 10 % bei einigen Partien deutlich unter den geforderten 13 bis 14 % (im Durchschnitt sind es nur 11,7 %). Daher werden viele Erntepartien als Futterweizen gehandelt (20 bis 25 % Futterweizen)“, so der RLV. Auch beim Weizen gilt: Es war generell zu feucht.

100 % des Raps‘ sind geerntet mit Erträgen von rund 35 dt/ha. Der Ölgehalt liegt laut RLV mit 43 % im Durchschnitt der letzten Jahre.

Laut Landwirtschaftskammer NRW wurden im Jahr 2020 in Nordrhein-Westfalen 507 100 ha Getreide angebaut. Das entspricht der Hälfte des Ackerlandes. Die wichtigste Getreideart in NRW ist der Winterweizen, der 2020 auf 239 100 ha stand. An zweiter Stelle folgt die Wintergerste mit 153 700 ha. Die Anbaufläche von Triticale lag bei 59 600 ha. Roggen, früher das wichtigste Brotgetreide, wurde in NRW nur noch auf 34 200 ha angebaut, so die Datenauswertungen der Landwirtschaftskammer NRW.


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