Greening-Verpflichtungen deutlich übererfüllt

24.06.2015
Nordrhein-westfälische Landwirte stellen rund 65 000 ha als ökologische Vorrangflächen zur Verfügung

Die nordrhein-westfälischen Landwirte haben die sich aus der Agrarreform von 2013 ergebenden Verpflichtungen zum Erhalt der Europäischen Direktzahlungen deutlich übererfüllt. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, hätten die rund 17 800 landwirtschaftlichen Betriebe, die zur Erbringung Ökologischer Vorrangflächen und zur Anbaudiversifizierung verpflichtet gewesen seien, umgerechnet rund 65 000 ha statt der notwendigen 49 000 ha für diese so genannten „Greening-Maßnahmen“ zur Verfügung gestellt.

Wie nach Angaben des Verbandes aus dem Zahlenmaterial der Landwirtschaftskammer Nordrein-Westfalen hervorgeht, hat die angegebene Fläche in Sammelanträgen der Bauern zur Beantragung der Direktzahlungen in etwa der des Vorjahres mit rund 1,53 Mio. ha entsprochen. Auch die Hauptnutzungen seien mit 1,07 Mio. ha Ackerland und rund 0,43 Mio. ha Grünland in etwa gleich geblieben.

Wie der RLV weiter dazu mitteilt, müsse ein Landwirt der Direktzahlungen beantragt, ab 2015 mindestens 5 % seiner Ackerfläche (ohne Dauerkulturen) als Ökologische Vorrangflächen bereitstellen, wenn die Ackerfläche mehr als 15 ha beträgt und er keinen Ökobetrieb bewirtschaftet. Dabei könne der Landwirt aus einem Katalog verschiedener Maßnahmen auswählen, der die Anlage von speziellen Feld- und Pufferstreifen, den Erhalt von Landschaftselementen und besonders umweltschonenden Wirtschaftsweisen (Zwischenfrüchte, Leguminosen usw.) umfasse. Unter bestimmten Bedingungen bleibe eine landwirtschaftliche Nutzung möglich. Die jeweiligen Varianten gehen nach RLV-Angaben mit Gewichtungsfaktoren zwischen 0,3 und 2,0 in die Berechnung der Ökologischen Vorrangflächen ein.

Berücksichtige man diese Gewichtungsfaktoren nicht, würden in NRW sogar 163 000 ha nach Greening-Vorgaben bewirtschaftet, betont der RLV. Zwischen Rhein und Weser hätten sich aber 64 % der Landwirte sicherheitshalber für  den Zwischenfruchtanbau (Faktor 0,3) zur Erfüllung ihrer Greening-Verpflichtung entschieden. Die späte Umsetzung der Agrarreform werde dabei auch von den Experten der Landwirtschaftskammer als wesentlicher Grund für diese Entscheidung gesehen. Eine Brachefläche (Faktor 1) hätte zum Beispiel schon am 1. Januar diesen Jahres stillgelegt werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt habe aber noch große Verunsicherung unter den Landwirten geherrscht.


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