Haltungskennzeichnung auch Chance für Ferkelerzeuger

16.03.2018
Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) zeigt sich offen für eine Haltungskennzeichnung bei Fleisch und seinen Verarbeitungserzeugnissen. Der Verband sieht darin die Chance, dass Verbraucher, aber auch Kantinen und Restaurants, die Kosten für Verbesserungen in den Ställen dann bewusst honorieren und damit werben könnten.

Das gelte für „Initiative Tierwohl“-Betriebe sowie alle anderen Schweinehalter, die in den letzten Jahren mehr Tierwohl in die Ställe gebracht haben, erklärte der RLV anlässlich einer dieswöchigen Anhörung im Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz im Düsseldorfer  Landtag zur Schweinehaltung.

Die breite Wirkung der „Initiative Tierwohl“ sei leider kaum bekannt, erklärt der RLV weiter. Die Initiative sei ein Erfolgsmodell, von dem so viele Tiere profitierten, wie in keinem anderen Programm für tiergerechte Haltung zuvor. Während in den letzten drei Jahren circa 230 Mio. Tiere (224 Mio. Geflügel und fast 6 Mio. Schweine) in 2200 deutschen Betrieben dabei waren,  nähmen mittlerweile bundesweit 6000 Betriebe teil. Allein in NRW profitieren über 5 Mio. Schweine auf mehr als 1000 Betrieben davon. Es sei trotz einer Aufstockung des Budgets durch den Lebensmitteleinzelhandel mehr Geld nötig, um den Tierschutz weiter voranzubringen. Hier wäre eine Beteiligung des Handels für den Außer-Haus-Verzehr überfällig, so der RLV, wozu die Haltungskennzeichnung einen guten Einstieg böte.

Besorgt zeigte sich der  RLV vor allem über die Entwicklung in der Sauenhaltung. Da dort die Produktion aufgrund anstehender Veränderungen rechtlicher Vorgaben in Deutschland deutlich teurer würde, müsste eine verpflichtende Haltungskennzeichnung auch mit einer Herkunftskennzeichnung  der Ferkel einhergehen, fordert der Verband. Nur so könne man verhindern, dass die Sauenhaltung  weiter ins Ausland abwandere und somit noch mehr Ferkel importiert würden.  

Der RLV sprach sich deshalb dafür aus, den geplanten Umbau in der Haltung von Sauen behutsam umzusetzen. Nur so könne man gewährleisten, dass die heute noch Ferkel erzeugenden Betriebe erhalten bleiben. Andernfalls verliere man mit den Betrieben Vielfalt und Erfahrung und erweise dem Tierschutz einen Bärendienst.


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