Kuhkomfort und gutes Fütterungsmanagement sind entscheidend

05.08.2015
RLV zu WDR-Bericht über neues Tierarzneimittel für Milchkühe --- Unter der Überschrift „Kuh-Doping - Umstrittenes Kexxtone für Kühe“ hat der Westdeutsche Rundfunk am vergangenen Freitag (31.7.2015) im Vorabendprogramm über ein neues Tierarzneimittel berichtet, das dem Auftreten von Ketose, einer Stoffwechselstörung bei Milchkühen, vorbeugen soll. Im Fernsehbeitrag heißt es weiter, aus idyllischen Kuhställen seien längst Milchfabriken geworden.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) stellt klar, dass Kühe nur auf Grund intensiver Tierbetreuung, moderner und großzügiger Stallsysteme und einer hochwertigen Fütterung hohe Leistungen erbringen. Dem Ketose-Risiko in Herden wird in erster Linie durch eine Überprüfung der Stallumfeld- und Fütterungsbedingungen Rechnung getragen. Bei Einzeltieren, die ein erhöhtes Ketose-Risiko haben, ist der Einsatz des im Bericht beschriebenen Tierarzneimittels nur nach eindeutiger Indikation durch den Tierarzt erlaubt. Der Anteil behandelter Kühe beläuft sich dabei laut WDR-Bericht auf maximal 1,6 %. In klinischen Studien vor der Zulassung des Arzneimittels durch die Europäische Kommission wurden laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit keine relevanten Unterschiede in der Milchleistung zwischen behandelten und unbehandelten Tieren festgestellt. Der im Fernsehbeitrag artikulierte Vorwurf des Kuh-Dopings erweist sich vor diesem Hintergrund als unbegründet.

Den Kommentar des WDR, aus idyllischen Kuhställen seien längst Milchfabriken geworden, weist der RLV entschieden zurück. Mit durchschnittlich 60 Milchkühen je Halter sind die Betriebe in NRW weit weg von industriellen Größenordnungen, wie sie derzeit in anderen Regionen der Welt entstehen. Nicht nur in NRW haben zudem die Milcherzeuger in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen, um durch den Um- und Neubau von Ställen ihre Tierhaltung noch artgerechter zu gestalten. Pauschale Kritik, wie sie auch von in der Sendung Befragten geäußert wurde, dürfte den Frust unter den Milchbauern über die augenblickliche Darstellung der Milchviehhaltung in Teilen der öffentlich-rechtlichen Medien erheblich vergrößern, mahnt der RLV.


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