Landwirte setzen sich für starke Insektenbestände ein - Ursachen des Rückganges weiterhin unklar

19.10.2017
Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über das Insektensterben betont der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbands (RLV), Bernhard Conzen, dass es nach wie vor an einer gründlichen Ursachen-Wirkung-Analyse fehle.

„Die jetzt veröffentlichte Studie mit Daten aus Schutzgebieten erlaubt selbst nach Aussage der beteiligten Forscher keine Rückschlüsse auf klimatische oder landwirtschaftliche Faktoren als Auslöser für den Rückgang der Insektenbiomasse“, hebt er hervor. Vorschnelle und einseitige Schuldzuweisungen in Richtung Landwirtschaft seien vor diesem Hintergrund nicht zielführend. Eine umfassende Ursachenforschung, die selbstverständlich auch landwirtschaftliche Aspekte einschließe, müsse am Anfang einer sachlichen Diskussion über die Entwicklung der Insektenbestände stehen, so Conzen. Das Insektensterben sei ein multifaktorielles Geschehen, es hat viele Ursachen – wie im August dieses Jahres auch das Bundesumweltministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen bestätigte.

Die jetzt diskutierte Studie bestätige die bereits bekannten Erkenntnisse des Entomologischen Vereins Krefeld. Auch der für die am Niederrhein gesammelten Daten zuständige Insektenforscher verorte die Suche nach den auslösenden Faktoren „in einer Wolke der Unwissenheit“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 16. Juli 2017). Conzen zufolge fehle es an einem flächendeckenden System zur Ursachenforschung, mit dem der Rückgang der Bestandszahlen erklärt werden könne. „Wir brauchen ein Langzeit-Monitoring“, so der RLV-Präsident. Nur so könne die Debatte auf eine solide Grundlage gestellt werden.

Die Landwirtschaft hat laut Conzen ein großes Interesse an ausgewogenen Insektenbeständen, damit die Selbstregulation der Natur funktioniere und der Einsatz von chemischen oder biologischen Pflanzenschutzmitteln in den Kulturpflanzen auf ein Minimum reduziert werden könne. Insekten spielen durch die Bestäubung eine wichtige Rolle für die Sicherung landwirtschaftlicher Erträge und für den Erhalt von Wildpflanzen. Mit ihrer Beteiligung am mit Bundesmitteln geförderten Projekt „Summendes Rheinland“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft für ein erhöhtes Blütenangebot in der Ackerbauregion zwischen Aachen und Köln ein dokumentieren die rheinischen Landwirte ihr Engagement für die Stärkung der Insektenpopulationen.


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