Landwirtschaft und Naturschutz – gemeinsame Lösungen finden

20.02.2019
Präsident Conzen: „Miteinander gestalten!“- Die aktuelle Diskussion um das Volksbegehren in Bayern mache deutlich, dass der in NRW in den letzten Jahren eingeschlagene Weg richtig ist. Landwirtschaft und Naturschutz können zusammen Lösungen finden, so RLV-Präsident Bernhard Conzen.

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass sich auch aus kontroversen Standpunkten Kompromisse entwickeln ließen, die einen wirkungsvollen Naturschutz und eine ökonomische Landwirtschaft ermöglichen. Gemeinsame Schnittmengen habe man etwa bei der Frage des Flächenverbrauchs. Die vollständige Eliminierung des 5-ha-Ziels aus dem Landesentwicklungsplan stoße sowohl bei Naturschützern wie auch Bauern auf Unverständnis. Das einwohnerreiche Nordrhein-Westfalen mit einer vergleichsweise knappen Ausstattung an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen benötige eine flächenschonende Siedlungs- und Infrastrukturpolitik. Auf Beton wachse bekanntlich kein Brot und gedeihe auch kein Schmetterling, so Conzen. Miteinander gut vereinbare Perspektiven gebe es auch bei Kernpunkten der Reform der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik, wo sich beide Seiten in einem von Ministerin Ursula Heinen-Esser moderierten Strategiepapier für die Förderung kleiner Betriebe und intelligente Programme in der 2. Säule ausgesprochen hatten. Zudem habe die Landwirtschaft im Dialog mit dem Naturschutz erkannt, dass zu einer zukunftsfähigen Landbewirtschaftung auch ein Mehr an Strukturelementen gehöre. Daher sehe das Strategiepapier vor, Stilllegungsflächen und Blühstreifen stärker in den Fokus zu nehmen.

Gerade die konfliktreichen Diskussionen zum Landesnaturschutzgesetz hätten beide Seiten, Landwirtschaft und Naturschutz, dazu genutzt, die gemeinsame Verantwortung für nachhaltige und naturbewusste Bewirtschaftung von Flächen in den Vordergrund zu stellen. Die Vereinbarung zum Schutz und zur Entwicklung von Streuobstwiesen sei ein gutes Beispiel, was umgesetzt werden könne, wenn beide Seiten aufeinander zugingen.

Dies sei auch bei der in der vergangenen Legislaturperiode vom NRW-Landtag beschlossenen Biodiversitätsstrategie der Fall gewesen. „Wir Landwirte haben in der Folge eine Vereinbarung zur Förderung der Biodiversität mit dem Land geschlossen.“, hebt der RLV-Präsident hervor. In dieser Vereinbarung werde ein kooperativer Umsetzungspfad aufgezeigt und Runde Tische auf Ebene der Kreise eingerichtet. Diese bildeten eine Plattform, gemeinsam Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Hier machten sich Naturschutz und Landwirtschaft auf den Weg, vor Ort sinnvolle Lösungen zu finden. Gleichwohl sei ihm bewusst, erläutert Conzen, dass insbesondere der Pflanzenschutzmitteleinsatz in bestimmten Gebieten vom Naturschutz kritisiert werde. „Hier müssen wir intelligente Lösungen suchen, die den Schutz der Pflanzen gewährleisten und nicht nur einseitig auf ein Verbot abzielen.“

Präsident Conzen bietet deshalb dem Vorsitzenden des NABU NRW, Josef Tumbrinck, an, den vorhandenen Gesprächsfaden zu nutzen und zeitnah den konstruktiven Dialog fortzusetzen, um gemeinsame Lösung zu gestalten.


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