Neuer Landesentwicklungsplan NRW: 5-ha-Ziel fällt Gewerbe- und Industrieentwicklung zum Opfer!

20.02.2019
Gestern hat das Landeskabinett einen neuen Landesentwicklungsplan (LEP) beschlossen. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband erneuert seine bereits nach Vorlage des Entwurfes geäußerte Kritik: Während das 5-ha-Ziel von der alten rot-grünen Landesregierung im LEP noch als Grundsatz verankert worden war, ist es im neuen LEP nicht mehr enthalten.

Gerade angesichts der aktuellen Diskussion um den Insektenschwund sei der Schutz der Fläche unbedingt notwendig. Denn auf Beton findet kein Insekt Lebensraum, kritisiert der RLV.

Weit mehr als zehn Fußballfelder freier Fläche, nämlich zehn Hektar, gehen in NRW pro Tag verloren. Auf Ihnen entstehen Siedlungs- und Verkehrsflächen, Autobahnen und Gewerbegebiete. Das wollen die rheinischen Landwirte stoppen. „Das ist eine riesige Fläche, die da täglich verloren geht. Auf Beton und Asphalt gibt es weder biologische Vielfalt noch wachsen darauf Lebensmittel“, so die Auffassung des Verbandes.

„Der parteiübergreifend vertretene politische Anspruch, den Flächenverbrauch auf 5 ha pro Tag zu begrenzen, findet sich im neuen LEP nicht wieder. Das ist aus Sicht der Landwirtschaft völlig unverständlich.“ Den RLV besorge die Tatsache, dass mit landwirtschaftlicher Nutzfläche so sorglos umgegangen werde. „Fläche wird nicht unendlich zur Verfügung stehen. Wer eine starke heimische Landwirtschaft erhalten möchte, der muss dieses Problem anpacken und nicht meiden.“

Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um klimawandelbedingte Dürreperioden gelte es, weiteren unnötigen Flächenfraß durch immer neue Baugebiete zu vermeiden. Vordringlich sei ein ambitioniertes Investitionsprogramm, mit dem leerstehender innerstädtischer Wohnraum saniert und bestehende Industriebrachen systematisch erschlossen würden. Wenn in Zeiten florierender Wirtschaft in der boomenden Rheinschiene eine weitere Flächeninanspruchnahme unvermeidbar sei, müsse man an anderen Stellschrauben drehen. Seit Jahren fordere der RLV einen verantwortungsvolleren Umgang bei den oft maßlosen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Hier müsse die Landeregierung jetzt Farbe bekennen. Wir brauchen endlich eine Kompensationsverordnung, die dem Prinzip „Qualität vor Quantität“ Rechnung trägt“, so der RLV.


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