Tierhalter in schwieriger Lage

26.08.2015
Landwirtschaftsverbände drängen auf steuerliche Erleichterungen - Angesichts der Besorgnis erregenden Situation für Milcherzeuger und Schweinehalter in Nordrhein-Westfalen drängen die Präsidenten der beiden nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsverbände auf steuerliche Erleichterungen für die Betriebe. Wie Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), und sein westfälischer Kollege Johannes Röring in einem gemeinsamen Schreiben an NRW-Finanzminister Walter Borjans darlegen, geraten die Betriebe durch vielfältige Belastungen zunehmend in erhebliche Liquiditätsschwierigkeiten.

So sei nach wirtschaftlich vergleichsweise guten Jahren 2013 und 2014 die Situation für die Milcherzeuger im laufenden Jahr äußerst angespannt. Ursache hierfür sei der seit Sommer 2014 deutlich schwächere Milchmarkt, der insbesondere durch eine verhaltene internationale Nachfrage und durch das russische Importembargo für europäische Lebensmittel gekennzeichnet sei. Hinzu komme die Superabgabe für das zurückliegende letzte Milchquotenjahr. Umso problematischer sei es, dass Steuerzahlungen und Ertragssteuervorauszahlungen fällig würden, die auf Grundlage der guten Ertragslage der Vorjahre festgesetzt worden seien.

Auch in anderen Produktionszweigen verschlechtert sich nach Angaben der Verbandspräsidenten die Liquiditätslage der Unternehmen zusehends. So sei der Schweinesektor von den Einfuhrbeschränkungen durch das russische Importverbot schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zuvor bereits hatte Russland als einer der wichtigsten Absatzmärkte zum Beispiel für Schweinebäuche den Import durch seuchenhygienische Restriktionen massiv erschwert. Im Ergebnis treffe die Preismisere die Schweinehalter seit nunmehr eineinhalb Jahren. Es gelte daher jetzt, den Betrieben im verbleibenden Jahr auch durch steuerliche Möglichkeiten „Luft“ zu verschaffen und den betroffenen Tierhaltern zur Vermeidung unbilliger Härten entgegenzukommen. Hierzu zähle etwa eine unbürokratische und zügige Bearbeitung von Anträgen auf Herabsetzung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer und von Anträgen auf Stundung fälliger oder fällig werdender Steuern.

Außerdem plädieren die Verbandspräsidenten dafür, auf die Erhebung von Stundungszinsen und auf Sicherheitsleistungen zu verzichten. Conzen und Röring erinnerten den Minister in diesem Zusammenhang auch an die vom Bauernverband seit Jahren geforderte Möglichkeit einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage. Gerade in diesen schweren Zeiten würde eine Ausgleichsrücklage Milcherzeugern und Schweinehaltern helfen und deren Liquidität stärken. Leider, so die Präsidenten, wurde diese wichtige flankierende Maßnahme der deutschen Landwirtschaft bisher nicht ermöglicht.


Pressekontakt

Ansprechpartnerin

Andrea Hornfischer 
Tel.: 0228/52006-529
Email schreiben

Marilena Kipp
Tel: 0228/52006-551
Email schreiben

Best Hentai games 5.1 Surround music Foot Fetish