Tipps für Blühstreifen

20.03.2019
Die warmen Temperaturen der vergangenen Tage lassen schon früh die Gedanken an den Saatguteinkauf für sommerliche Blütenmeere erwachen.

Foto: Andrea Hornfischer

Doch welche der zahlreichen Saatgutmischungen eignet sich als Schlaraffenland für Insekten und fördert gleichzeitig die Pflanzenvielfalt? Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft hat dazu einige Tipps.

Die Freude über Spontankäufe in letzter Minute ist oft nur von kurzer Dauer. Damit Ihnen dies nicht beim Saatgutkauf passiert, geben wir Tipps für die Auswahl von Saatgutmischungen. Unseren Schwerpunkt legen wir dabei auf die Herkunftsqualität.

Wilde Vielfalt: Regional ist Trumpf

Bei der Förderung von Insekten ist es aus Naturschutzsicht sinnvoll, auch an die Vielfalt der heimischen Pflanzenarten zu denken. Daher empfehlen wir die Verwendung von zertifiziertem Regiosaatgut, insbesondere für mehrjährige Einsaaten. Ob für Balkon und Garten, die Verkehrsinsel, Acker oder Wiese: In der Region des Aussaatortes gesammeltes und vermehrtes Wildpflanzensaatgut ist für die Natur stets ein Gewinn.

Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft verwendet Regio-Saatgut zur Einsaat von Wildpflanzen-Blühstreifen. Fragen Sie vor der Bestellung bei zertifizierten Anbietern nach Regiosaatgut aus der passenden Herkunftsregion (= Ursprungsgebiet). Selbst bestimmen können Sie diese anhand Ihrer Postleitzahl über einen Kartenservice der Leibniz Universität Hannover.

Weitere Informationen zu Regiosaatgut (Bezugsquellen, Hintergründe, Vorteile) und Blühstreifen (allgemeine Informationen, Bestimmungshilfe für ausgewählte Pflanzenarten) unter www.rheinische-kulturlandschaft.de/regionales-saatgut-fuer-das-osternest/.

Kulturpflanzen: für Kurzentschlossene

Nicht immer ist eine Einsaat von Wildpflanzen sinnvoll und möglich: zum Beispiel sollten Sie Wildpflanzen im Frühjahr nur dann einsäen, wenn Sie die gesamte Einsaatfläche im Fall einer Trockenperiode über mindestens vier Wochen feucht halten können. Andernfalls können die quellenden Samen und die Keimlinge Schaden nehmen, sodass im schlimmsten Fall eine Neueinsaat nötig wird.

Auch für nur kurz bestehende Blühflächen, bei hohem Unkrautdruck, geringem Budget, Problemen bei der Verfügbarkeit von zertifiziertem Regiosaatgut, dem Wunsch nach einer überregionalen Verwendbarkeit oder Zeitmangel sollte auf Mischungen ausschließlich aus Kulturpflanzen zurückgegriffen werden.

Zitronenfalter an Ringelblume im Kulturpflanzen-Blühstreifen

Wichtig ist, hierbei auch keine Zuchtformen heimischer Wildpflanzen und nur Arten mit geringem Invasionspotential zu verwenden. Hierzu stehen im Saatguthandel fertige Mischungen zur Anlage von Blühflächen, „Honigbrachen“ oder Zwischenfruchteinsaaten zur Verfügung. Landwirte sollten bei der Auswahl vor allem auf die Fruchtfolgeeignung achten.

Weitere Informationen speziell zu „Honigbrachen“ (naturschutzfachliche Stellungnahme, Hintergründe zur Artenauswahl) unter www.rheinische-kulturlandschaft.de/saatgut-fuer-bluehende-vielfalt/.


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