Trockenheit: Frühe Getreideernte und das Sorgenkind Mais

27.07.2018
Sonne pur und kein Regen – das macht den rheinischen Kulturen auf dem Feld momentan zu schaffen. Besonders heikel ist die Situation für die Milchvieherzeuger, berichtet der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV). RLV-Präsident Bernhard Conzen appelliert an Regierung und Verwaltung, die Bauern zu unterstützen.

10 bis 20 % Verlust gab es laut RLV bei der Getreideernte, die in weiten Teilen des Rheinlands abgeschlossen ist und dieses Jahr ungewöhnlich früh stattfand. Damit ist man in Sachen Gerste und Weizen noch mit einem blauen Auge davon gekommen, vor allem wenn man in andere Teile Deutschlands blickt. Doch auch im Rheinland stehen noch Kulturen auf den Feldern, die dringend Wasser brauchen. Selbst Zuckerrüben, die eigentlich tiefere Wurzeln ausbilden und damit robuster bei Trockenheit sind, leiden unter Wassermangel. „Was für Bäume in Parkanlagen und Rasen im privaten Garten gilt, sieht man auch in der Landwirtschaft. Die Böden sind staubtrocken und sehnen sich nach Regen. Die Milchviehhalter trifft es besonders, denn sie brauchen Mais und Gras für die Fütterung und hier sieht es auf vielen Flächen gar nicht gut aus“, zeigt sich Conzen besorgt. Gerade in Regionen mit leichteren Böden kann man mittlerweile die massiven Folgen des fehlenden Regens beobachten. Hüfthoher und lückenhafter Mais mit schlecht entwickelten Kolben ist das Resultat. Das Gras auf den Weiden ist oft so braun, dass Landwirte bereits jetzt auf die ohnehin knappen Futtervorräte für den Winter zurückgreifen müssen, um ihre Tiere zu versorgen.

Probleme zeichnen sich auch bei der Kartoffel ab. „Die Knollen bräuchten gerade jetzt Wasser, um größer zu werden. Doch selbst wenn es jetzt regnet, drohen noch Zwiewuchs und Kindelbildung“, fürchtet der RLV-Präsident. Gemeint sind damit Verformungen oder kleine Knollen, die aus der großen Knolle herauswachsen. Eine Folge des Stresses, den die Pflanzen derzeit durchleiden. „Die Kartoffeln wären damit nicht mehr zu vermarkten. Man sieht momentan einfach, wie die Pflanzen auf den langanhaltenden Stress reagieren und das führt zu Problemen.“ Einzige Lösung sei Beregnung, doch diese ist nicht überall möglich und darüber hinaus auch sehr kostenintensiv, erklärt Conzen. „Uns bleibt nichts anderes übrig, als weiterhin auf Regen zu hoffen.“. Gleichzeitig appelliert er an die Verantwortlichen in Regierung und Verwaltung, Maßnahmen zu ergreifen, die die Bauern in der schwierigen Situation unterstützen. Dazu gehörten etwa eine vorgezogene Auszahlung der Direktzahlungen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen oder die Freigabe der Zwischenfrüchte, die im Rahmen der ökologischen Vorrangflächenbewirtschaftung demnächst eingesät würden, für die Futternutzung.


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