Urteil zu Stalleinbrüchen ist kein Freibrief für illegales Vorgehen

28.02.2018
Das Thema Stalleinbrüche wird aufgrund einer jüngst gefallenen Gerichtsentscheidung wieder kontrovers diskutiert. Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) positioniert sich anlässlich seiner heutigen Vorstandssitzung ebenfalls dazu und warnt eindringlich davor, Stalleinbrüche als ein legales Mittel anzusehen.

"Wir stellen uns eindeutig gegen das vergangene Woche gefällte Urteil“, erklärt RLV Präsident Bernhard Conzen. Das Oberlandesgericht Naumburg hat Tierschützer von Animal Rights Watch vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freigesprochen, die 2013 in eine Schweinemastanlage in Sachsen-Anhalt eingedrungen waren. „Niemand von uns möchte Missstände vertuschen. Diese müssen mit den Mitteln des Rechtsstaates verfolgt werden. Doch dies liegt in der Verantwortung der zuständigen Behörden und nicht selbsternannter Tierschützer.“ Die rheinischen Landwirte hätten Sorge, dass solch ein Urteil zu einem Freibrief mutiert, der aggressiv vorgehende Gruppierungen erst Recht zu illegalem Vorgehen ermutige. „Im Prinzip heißt das, ich darf einfach überall hineinspazieren, wo ich das Gefühl habe, es stimmt etwas nicht. Egal, welche Fachkompetenz ich vorweisen kann“, so Conzen.

„In wie viele Ställe wird eingebrochen, in denen alles in Ordnung ist? Denkt auch jemand darüber nach, unter welchen Stress das die Tiere setzt? Diese Pauschalverurteilung ist für Landwirte und ihre Familien ein untragbares Vorgehen und stellt uns unter Generalverdacht“, betont Wilhelm Hellmanns, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Geldern und selbst Schweinehalter. Er und seine Berufskollegen seien 365 Tage im Jahr für die Tiere da und verschlössen sich nicht gegen amtliche Überprüfung ihrer Bestände. „Doch dieses Urteil empfinden wir als Schlag ins Gesicht“, so Hellmanns.


Pressekontakt

Ansprechpartnerin

Marilena Kipp
Tel: 0228/52006-551
Email schreiben

Andrea Hornfischer (zurzeit in Elternzeit)
Tel.: 0228/52006-529
Email schreiben