Vegan ist nicht immer gleich gesund

27.04.2016
Laut einem Branchenreport des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln wurden im vergangenen Jahr 454 Mio. € mit vegetarischen und veganen Produkten umgesetzt. Doch die Regel „Vegan gleich gesünder“ kann nicht gelten, betont der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) und verweist auf einen Bericht „Vegan ist nicht immer gleich gesund“ in der aktuellen Landwirtschaftliche Zeitschrift (LZ) Rheinland aus Bonn.

Bei veganen Imitaten von Fleisch oder Käse mit langen Zutatenlisten könne man nicht sagen, dass sie gesund oder ungesund seien. Sie seien künstlich erzeugt und man finde darin Zusatzstoffe, weil sie nur so herstellbar seien. „Grundsätzlich sollte man beim Lebensmittel-Kauf darauf achten, dass die Zutatenliste so kurz wie möglich ist – und kurze Zutatenlisten gibt es auch bei manchen veganen Imitaten. Je weniger Zutaten in einem Lebensmittel enthalten sind, wo man rätseln muss, was es sein könnte, desto besser ist es“, heißt es in dem LZ-Bericht.

Wer Fleisch, Fisch, Käse und Eier gegen vegane Ersatzprodukte tausche, der nehme zwar oft weniger Cholesterin auf, ernähre sich aber nicht unbedingt gesund. Denn er enthalte dem Körper lebensnotwendiges Vitamin B12 sowie leicht verwertbares tierisches Eisen, Calcium, Jod und Protein vor. „Wenigstens Vitamin B12 sollte er dem Körper dann über Präparate zuführen. Die Frage ist, wie häufig die Ersatzlebensmittel auf den Tisch kommen. Statt der Imitate findet man auch gute vegane beziehungsweise vegetarische Alternativen zu Fleisch und Milch, die nicht versuchen, tierische Produkte nachzuahmen, sondern einen eigenen Charakter haben“, so der LZ-Bericht.

Erst kürzlich hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) darauf hingewiesen, dass bei einer rein pflanzlichen Ernährung eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen nicht oder nur schwer möglich sei. Der kritischste Nährstoff sei Vitamin B12. Zu den potenziell kritischen Nährstoffen bei veganer Ernährung gehörten außerdem Protein beziehungsweise unentbehrliche Aminosäuren und langkettige n-3 Fettsäuren sowie weitere Vitamine (Riboflavin, Vitamin D) und Mineralstoffe (Calcium, Eisen, Jod, Zink, Selen). Für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche wird eine vegane Ernährung von der DGE nicht empfohlen.


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