Wildretter schützen Rehkitze, Hasen und Co.

20.04.2016
Rheinische Landwirte setzen sich mit Alarmgeräten beim Grasschnitt für die Artenvielfalt ein --- Der erste Grasschnitt steht an. Tote Kitze in der Grassilage oder in der Heumahd will kein Landwirt. Unfälle mit Wildtieren lassen sich größtenteils vermeiden, zum Beispiel durch Maßnahmen wie den Einsatz eines Wildretters, einem Alarmgerät, das die Tiere beim Grasschneiden aufscheucht.

Foto: Andrea Bahrenberg

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, setzen zahlreiche Landwirte so genannte Wildretter ein, um Rehkitze, Hasen und Co. zu schützen.

Landwirte setzen sich mit Herz und Technik für die Artenvielfalt ein. Ob durch Blühstreifen als insektenreiche Nahrungsspender, durch Brachen als Brutstätten oder blühende Zwischenfrüchte. Auch mit dem Einsatz von Wildrettern leisten die rheinischen Bauern einen enormen Beitrag zur Biodiversität.

Das Alarmgerät wird vorne am Trecker befestigt. Der Wildretter sendet 5 ha weit einen durchdringenden Alarmton mit 105 dB Schalldruck aus. Rehkitze, Hasen und andere Wildtiere werden gewarnt, dass Gefahr im Verzug ist, und bringen sich in Sicherheit.

Für Landwirte liegt der Vorteil des Wildretters nach RLV-Angaben auf der Hand: Es ist nicht nur grausam, die Tiere unbeabsichtigt zu verletzen, sondern es verunreinigt auch die Silage. Gerettet werden durch das Alarmgerät fast alle Hasen und Kaninchen ab einem Alter von drei Monaten, erwachsene Fasane, Rehkitze ab dem Alter von etwa drei Wochen und jedes erwachsene Wild.

Es gibt viele Möglichkeiten, das Wild, wie Rehkitze und Hasen, die jetzt ihre Junge aufziehen, vor dem „Mähtod“ zu schützen. Wie der RLV dazu mitteilt, gehen Bauern die Fläche vor der Mahd ab und mähen von innen nach außen, um den Wildtieren einen Fluchtweg zu bieten. Zahlreiche Landwirte verwenden bereits so genannte Wildretter, wie der Landesjagdverband NRW bestätigen kann. Jäger und Landwirte arbeiten eng zusammen.


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