Wolfsnachweise in NRW: Verbände fordern Unterstützung der Tierhalter

28.09.2018
Nach mehrfachen Sichtungen und Rissen von Nutztieren im Kreis Wesel bereitet sich NRW nach Mitteilung des Düsseldorfer Landwirtschaftsministeriums auf die Ausweisung eines ersten Wolfsgebietes vor.

Foto: Wellmann

Die Weidetierhalter stehen damit vor enormen Herausforderungen, warnt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn. In einem gemeinsamen Schreiben von RLV, Schafzuchtverband NRW und Fleischrinderherdbuch Bonn haben die Verbände an Ministerin Ursula Heinen-Esser appelliert, jetzt alle Anstrengungen darauf zu richten, die Zukunft der ohnehin bedrohten Weidehaltung zu sichern. Beim Herdenschutz ebenso wie bei der Entschädigung von Tierrissen bedürfe es einer Regelung, die die finanzielle Belastung der Tierhalter ohne Einschränkungen ausgleiche. Die im Frühjahr 2017 auf den Weg gebrachten Richtlinien reichten dazu nicht aus, so die Verbände. So werde der stark erhöhte Arbeitsaufwand in den Betrieben wie etwa die Pflege verwaister Tiere oder die mangelnde Führbarkeit der Herde nach einer Attacke in keiner Weise berücksichtigt. Dies gelte ebenso für die Folgekosten von Herdenschutzmaßnahmen, die zudem ausschließlich in Wolfsgebieten gefördert werden.

Die Verbände drängen daher auf eine umfassende Nachbesserung der derzeitigen Regelungen. Auch sollten Schutzmaßnahmen unabhängig von der Ausweisung eines Wolfsgebietes allen interessierten Weidetierhaltern ermöglicht werden. „Besorgte Tierhalter fragen sich zu Recht, warum es erst Risse geben muss und Wölfe auf den Geschmack von Nutztieren kommen, bis den Betrieben geholfen wird“, unterstreicht Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes, die Kritik der Verbände.

Über die Frage von Fördermaßnahmen hinaus bestehe jedoch die dringende Notwendigkeit, auf Bund-Länder-Ebene endlich klare Vorgaben zum Umgang mit auffälligen Wölfen zu erarbeiten. Die Förderung von Präventionsmaßnahmen und eine schnelle Entnahme von Wölfen, die trotz Schutzmaßnahmen Weidetiere mehrfach angreifen oder reißen, sind nach Auffassung der Verbände „zwei Seiten einer Medaille“ bei der Unterstützung der Tierhalter. Hierzu bedarf es einheitlicher und klarer Regelungen, die zügiges Handeln ermöglichen. Ein mehrmonatiges Zuwarten nach wiederholten Angriffen ist Tierhaltern auch mit Blick auf die Risiken im Herdenverhalten nicht zuzumuten. Hier, so die Verbände, muss NRW seinen Einfluss auf Bund-Länder-Ebene geltend machen. Jetzt gelte es alle Anstrengungen darauf zu richten, die Zukunft der ohnehin bedrohten Weidehaltung zu sichern.


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