Glyphosatverbot durch Molkerei Goldsteig
Die Molkerei Goldsteig informierte kurz vor Jahreswechsel ihre Milcherzeuger, dass der Einsatz von Glyphosat bei selbst produzierten Futtermitteln für die Lieferanten ab dem 1. Januar 2018 verboten ist.
Bei zugekauften Futtermitteln gelte dies bis auf Weiteres nicht. Das Glyphosat-Verbot gilt für das gesamte Goldsteig-Einzugsgebiet, also zum Beispiel auch für die tschechischen Lieferanten. Goldsteig ist, bezogen auf die Milchmenge, Deutschlands achtgrößte Molkerei (ca. 860 Mio. kg Milch pro Jahr) mit ca. 3 000 Milchlieferanten.
Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ist es nicht unwahrscheinlich, dass die weitere Entwicklung im Milchmarkt ähnlich verläuft wie bei der Etablierung GVO-freier Trinkmilch, wenn andere Molkereien sich nun unter Zugzwang sehen. Das Verbot des Wirkstoffes durch die Molkerei sei ein Paradebeispiel für die ungleichen Kräfteverhältnisse in der Lebensmittelkette, so die Kritik von Karsten Schmal, Vorsitzender des DBV-Fachausschusses „Milch“. Als Hintergrund sieht Schmal die Anweisung von ALDI Nord und ALDI-SÜD kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, gegenüber Molkereien und Schlachthäusern einen Verzicht auf Glyphosat einzufordern. Zwar sei eine Standardsetzung durch die Marktpartner ein wichtiges Instrument, um Wertschöpfung zu sichern und sich im Markt zu behaupten. Langfristig erfolgreich könne sie aber nur sein, wenn sie auf Augenhöhe vereinbart werde und ein Mehrwert für alle Beteiligten, also auch für die Milchbauern, gewährleistet sei, so Schmal weiter. Mit der Anbindehaltung, der tierärztlichen Bestandsbetreuung oder dem Schlagwort Massentierhaltung stünden genug Themen auf der Agenda, über die sich einzelne Regionen Deutschlands zwar kurzfristig profilieren könnten, die deutschen Milchbauern in Gänze jedoch unter wirtschaftlichen Druck kämen und somit sich der Strukturwandel beschleunige, warnt der Vorsitzende.





