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Foto: Sabine Weis

Zahlen zur Erdbeerernte auf dem Prüfstand

Fokus auf dem Freilandanbau nur eingeschränkt aussagekräftig


„Die in diesen Tagen veröffentlichten Zahlen über die kleinste Erdbeerernte seit mehr als 30 Jahren
sind nur bedingt aussagekräftig“, stellt Georg Boekels, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer
Obst- und Gemüsebauer (Bonn) fest. Denn diese Zahlen spiegelten nur die Ernte im Freilandanbau
wider. „Der deutlich zunehmende Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln ist hier außen vor.
Niemand muss Angst haben, dass es keine regional erzeugten Erdbeeren mehr gibt“, so Boekels.

Während die Freilandfläche kontinuierlich abnehme, nehme der Anbau vor allem in Folientunneln
stetig zu. IT.NRW habe allein für Nordrhein-Westfalen für die Jahre von 2015 bis 2025 eine Zunahme
der Anbaufläche im geschützten Erdbeeranbau (Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln) von
fast 70 % konstatiert. Zahlen über die Erntemenge aus dem geschützten Anbau würden erst für das
nächste Frühjahr erwartet, da die Erdbeerernte noch bis in den November andauere, so der
Präsident.

Die Gründe für die Verlagerung des Erdbeeranbaus seien vielfältig, legte Boekels dar. Die Erträge
seien im geschützten Anbau höher, sodass weniger Fläche gebraucht werde. Da die Früchte vor
Witterungseinflüssen geschützt seien, könnte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert
werden und die Qualität der roten Früchte sei besser. Zudem sei auch die Pflückleistung der
Erntehelfer höher, was eine wichtige Rolle bei steigenden Lohnkosten spiele. Auf einen im Freiland
notwendigen Flächentausch könne im geschützten Anbau verzichtet werden.

„Auch wenn wir mit der Konkurrenz aus anderen Erzeugungsländern zu kämpfen haben, in denen die
Lohnkosten deutlich niedriger als bei uns liegen, werden die Verbraucher auch in Zukunft frische
Erdbeeren aus dem Rheinland kaufen können“, beruhigt Boekels.