Ernährungssicherung braucht auch eine starke Schweinehaltung!
RLV fordert bessere politische Rahmenbedingungen
Bonn, den 19. August 2026. Die Schweinehaltung in Deutschland steht seit Jahren unter erheblichem Druck. Gestiegene Haltungs- und Umweltvorgaben, fehlende Baugenehmigungen und explodierte Kosten in Verbindung mit geringen Erlösen belasten die Betriebe und bremsen dringend notwendige Investitionen in Tierwohlställe aus. Vor dem Hintergrund einer sicheren Lebensmittelversorgung fordert der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) deshalb ein klares politisches Bekenntnis zur heimischen Schweinehaltung.
Nach Auffassung des RLV muss die Ernährungssicherung auch beim nach wie vor beliebtesten Fleisch in Deutschland wieder in den Mittelpunkt der Agrarpolitik rücken. Dazu gehörten neben einer wettbewerbsfähigen Schweinemast auch eine leistungsfähige Ferkelerzeugung. Schon lange reichten die in Deutschland erzeugten Ferkel nicht mehr aus, um den Bedarf der heimischen Mastbetriebe zu decken, so der RLV. Die Abhängigkeit von Ferkelimporten dürfe sich nicht weiter verschärfen. Wenn Deutschland auch künftig einen relevanten Teil seiner Lebensmittel selbst erzeugen wolle, dürften die Sauenbestände nicht weiter schrumpfen.
Voraussetzung für ein besseres Gleichgewicht von erzeugten und von Mästern nachgefragten Ferkeln sind nach Ansicht des Verbandes verlässliche politische Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahren hätten deutlich höhere Haltungsvorgaben bei den Sauen dazu geführt, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert und viele Betriebe notwendige Investitionen verschoben oder ganz aufgegeben hätten. „Wer mehrere Millionen Euro in einen neuen Schweinestall investiert, braucht die Gewissheit, dass sich diese Investition auch wirtschaftlich trägt. Dieses Vertrauen ist vielerorts verloren gegangen“, erklärt Wilhelm Hellmanns, Vorsitzender des RLV-Fachausschusses Schweinehaltung.
Dringenden Handlungsbedarf sieht der Verband bei der seit Jahren angekündigten Herkunftskennzeichnung. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten auf einen Blick erkennen können, ob Schweinefleisch seinen Ursprung in Deutschland hat. „Bessere Haltungsstandards schon bei Sauen und Ferkeln könnten durch fairen Wettbewerb auch für uns Schweinehalter rentabel sein. Dafür braucht es endlich eine eindeutige Herkunftskennzeichnung – beim Einkauf ebenso wie im Außer-Haus-Verzehr“, so Hellmanns.
Die deutsche Schweinehaltung erfüllt bereits heute hohe Anforderungen beim Tierwohl. Diese Standards führten jedoch zu höheren Produktionskosten, die im Wettbewerb mit Importware schon jetzt Nachteile bringen. Der RLV fordert deshalb ein klares politisches Bekenntnis zur Zukunft der heimischen Schweinehaltung durch eine Herkunftskennzeichnung, realistische Zeiträume für die Neuausrichtung der Betriebe und steuerliche Instrumente, die die Betriebe in schwierigen Zeiten handlungsfähig machen.
„Wer Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Produktion hochwertiger Lebensmittel in Deutschland erhalten will, muss den Schweinehaltern wieder verlässliche Perspektiven geben. Nur dann werden Betriebe mit gesicherter Hofnachfolge bereit sein, in neue, tiergerechtere Ställe zu investieren“, betont Hellmanns.





