Conzen: „Ich danke allen, die geholfen haben!“
11.08.2021
Auch viele landwirtschaftliche Betriebe im Rheinland sind von der Unwetterkatastrophe Mitte Juli betroffen. Über die aktuelle Situation sprach die in Bonn erscheinende Agrarfachzeitschrift LZ Rheinland mit Bernhard Conzen, Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), in einem Interview.
Auf die Frage, was Conzen in den letzten Wochen besonders beeindruckt habe, antwortete der RLV-Präsident: „Die Bereitschaft der Bauern, bei den Aufräumarbeiten unermüdlich zu helfen! Ich danke all denen, die unentgeltlich mit Traktoren, Schöppe und Besen in die betroffenen Regionen gefahren sind und überall dort, wo Menschen in Not waren – nicht nur bei Berufskollegen! – geholfen haben. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft sind überwältigend. In den vielen Gesprächen, die ich derzeit mit Politik und Medien führe, gibt es ein sehr positives Echo für den selbstlosen Einsatz der Landwirte.“
So fragte die LZ Rheinland RLV-Präsident Bernard Conzen auch, wie die Situation drei Wochen nach den Überschwemmungsereignissen zu beurteilen sei. „Noch immer ist es schwer, das genaue Schadensmaß zu beziffern. Ich gehe davon aus, dass die von der Landwirtschaftskammer NRW ermittelten Zahlen mit einem Flächenumfang von 15 000 ha und rund 150 Betriebsstätten eine durchaus realistische erste Abschätzung darstellen“, betonte er. Im ersten Schritt stünden für die Landwirtschaft in NRW rund 10 Mio. € zur Verfügung. Auf Antrag könnten 5 000 € als Soforthilfe je Betriebsstätte geltend gemacht werden. „Wichtig ist, dass wir im Rahmen der nun anstehenden Diskussion um die Wiederaufbauhilfen eine wirksame Unterstützung für diejenigen Betriebe erreichen, die am stärksten betroffen sind“, forderte Conzen.
Auf die Frage, wie es auf den Feldern in der Region aussehe und ob zumindest ein Teil der Ernte eingefahren und vermarktet werden könne, sagte der RLV-Präsident: „Noch immer sind viele Felder zu nass und können auch auf Grund der jüngsten Niederschläge nicht beerntet werden. Im Vordergrund steht die Frage nach der Verwertung des Aufwuchses. Hier hat das zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz entsprechende Empfehlungen erlassen, an denen sich Landwirte und Vermarkter orientieren sollen.“ Leider habe das Landesamt weder die Landwirtschaftskammer NRW noch den Verband bei der Festlegung der Beurteilungskriterien einbezogen, weshalb der Leitfaden aus Sicht der Praxis teils unvollständig, teils überzogen sei. „Deshalb bedarf es einem engen Austausch und Abstimmung mit unseren Vermarktern. Außerdem haben wir ein durch das Land finanziertes Monitoringprogramm angeregt, bei dem schwerpunktartig auf mögliche Kontaminanten hin untersucht wird“, so Conzen abschließend.





