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Getreideernte im Rheinland abgeschlossen – Stimmung in der Landwirtschaft gedämpft

Ordentliche Erträge – schlechte Qualitäten und niedrige Preise trüben die Bilanz

(Bonn, den 25. August) – Nach Wochen wechselhafter Witterung ist die Getreideernte im Rheinland nun abgeschlossen. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, konnten die Betriebe trotz schwieriger Bedingungen zufriedenstellende Erträge einfahren. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte haben das Beste aus der Saison herausgeholt“, erklärt RLV-Präsident Erich Gussen. Mit Erträgen von 91 bis 95 Dezitonnen pro Hektar beim Weizen und 80 bis 85 bei der Wintergerste liegen die Ergebnisse leicht über dem langjährigen Schnitt und bestätigen damit auch die bundesweiten Ergebnisse des Deutschen Bauernverbands. Doch Gussen macht deutlich: „Menge allein reicht nicht. Die Qualität ist teilweise enttäuschend.“ Steigende Ausgaben für Dünger, Pflanzenschutz und Energie können mit den aktuellen Preisen nicht mehr erwirtschaftet werden. „Viele Betriebe arbeiten unterhalb der Kostendeckung. Das ist auf Dauer nicht tragbar und belastet Familienbetriebe massiv.“

Neben dem wechselhaften Wetter in den entscheidenden Phasen mit Trockenheit und Hitze im Frühjahr und Regenpausen im Juli spielt die nicht bedarfsgerechte Düngepolitik eine entscheidende Rolle bei der Qualität. „Statt als Brotgetreide wird nun ein erheblicher Teil unserer Ernte als Futtermittel genutzt, weil der Eiweißgehalt zu niedrig ist“, so Gussen. Ausschlaggebend sind zu rigide Düngevorgaben seitens der Politik, die den Pflanzen nicht mehr den nötigen Nährstoffbedarf zugestehen, wodurch sie nicht ihr vollständiges Potenzial ausnutzen. „Wir brauchen eine praxisgerechte, an den Standort angepasste Düngeregelung, damit wir wieder Getreide erzeugen können, das seinen Weg in die Mühle und schließlich auf unsere Teller findet“, führt Gussen aus.

Raps mit stabiler Entwicklung – „Aber auch hier bleibt wenig Spielraum“

Etwas besser ist die Situation beim Raps: Die durchschnittlichen Erträge im Rheinland liegen bei rund 41 dt/ha und einem Marktpreis von derzeit etwa 43 Euro pro Dezitonne. „Die Witterung war insgesamt günstig, und die Bestände konnten die Trockenphasen im Frühjahr gut ausgleichen“, erläutert Gussen. Auch die vielen Sonnenstunden haben sich positiv auf die Ölerträge ausgewirkt. Dennoch bleibe die Marge knapp: „Die Preisentwicklung beim Raps gibt etwas Luft, aber auch hier können wir nicht von einem wirtschaftlich sorgenfreien Jahr sprechen.“

Appell an die Politik: „Wir brauchen Antworten – jetzt!“

Abschließend richtet Gussen einen eindringlichen Appell an die politischen Entscheidungsträger in Düsseldorf, Berlin und Brüssel: „Wenn wir auch in Zukunft eine verlässliche und hochwertige Lebensmittelproduktion aus heimischer Landwirtschaft wollen, dann brauchen wir insbesondere bei Vorgaben zu Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie neuen Züchtungsmethoden endlich eine Vorwärtsstrategie.“

Ansprechpartnerin:
Simone Kühnreich
Telefon: 0228 52006 119
Mail: presse@rlv.de