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Getreideernte im Rheinland auf der Zielgeraden – Blick gen Himmel bereitet Sorgen

RLV-Zwischenbilanz zur Getreideernte: Durchschnittliche Erträge, Trockenheit und hohe Kosten setzen landwirtschaftliche Familienbetriebe unter Druck.

Bonn, 22.07.2026. Die Getreideernte im Rheinland ist weit fortgeschritten. Nach Einschätzung des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) sind gut 90 Prozent der Getreide-Flächen abgeerntet, vereinzelt werden noch Weizenbestände und vor allem Raps gedroschen, der teilweise noch nicht vollständig abgereift ist.

In den Höhenlagen des Bergischen Landes und der Eifel hingegen läuft die Ernte noch auf Hochtouren, da das Getreide dort aufgrund des kühleren Klimas später erntereif ist.

Insgesamt begann der Ernteprozess rund drei Wochen früher als gewöhnlich.

Ertragsmäßig spricht der RLV von einer insgesamt durchschnittlichen Ernte mit zufriedenstellenden Qualitäten. In schwächeren Lagen liegen die Erträge bei etwa sechs bis sieben Tonnen je Hektar, auf guten Standorten werden teilweise bis zu zehn Tonnen je Hektar erreicht. Im rheinischen Durchschnitt rechnet der Verband mit rund 8,5 Tonnen pro Hektar.

„Die Erträge sind vielerorts solide, aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt bleibt“, erklärt der RLV. Hohe Kosten für Diesel, Energie und Düngemittel stünden weiterhin Erlösen gegenüber, die für die Landwirtinnen und Landwirte nicht kostendeckend sind. „Eine durchschnittliche Ernte ist kein wirtschaftlicher Befreiungsschlag, wenn die Betriebsmittelkosten auf hohem Niveau bleiben und die Märkte starken Schwankungen unterliegen.“ ergänzt der RLV.

Sorgen bereitet der Landwirtschaft zudem der Blick auf die noch ausstehenden Feldfrüchte. Vor allem Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais und Obst- und Gemüsekulturen leiden zunehmend unter der Trockenheit. Die Niederschlagsmengen im Juni und Juli bleiben deutlich hinter dem langjährigen Mittel zurück. Während im Juni vielerorts bereits rund 30 Prozent weniger Regen fiel als üblich, steuert der Juli regional auf einen Negativrekord zu. Im Kölner Raum wurden bislang nur rund 1,3 Millimeter Niederschlag gemessen; üblich wären etwa 85 Millimeter.

Der RLV weist darauf hin, dass die kommenden Wochen für die Entwicklung der verbleibenden Kulturen entscheidend sind. Ohne ergiebige Niederschläge drohen diesen spürbare Ertrags- und Qualitätsverluste.