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Steigende Energie- und Düngerpreise setzen Landwirtschaft unter Druck

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) zeigt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten und der internationalen politischen Lage besorgt. Auslöser ist der seit Ende Februar 2026 eskalierte Iran-Konflikt, der zu erheblichen Preissteigerungen insbesondere bei Energie und Düngemitteln geführt hat.

„Die aktuellen Energie- und Düngemittelpreise bringen viele landwirtschaftliche Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen“, erklärt RLV-Präsident Erich Gussen. Energie ist ein zentraler Produktionsfaktor etwa bei der Nutzung von Diesel zur Frühjahrsbestellung, Logistik oder der Beheizung von Tierställen.

Parallel dazu ziehen auch die Düngemittelpreise deutlich an. Da Erdgas bis zu 70 % der Produktionskosten von Stickstoffdüngern ausmacht, wirken sich steigende Energiepreise direkt auf die Düngemittelpreise aus. Die durch den Ukrainekrieg ohnehin angespannte Situation auf dem Düngemittelmarkt hat sich dadurch noch weiter verschärft. Zudem ist Deutschland stark auf Importe angewiesen, wodurch die Warenverfügbarkeit eingeschränkt werden könnte.

Für landwirtschaftliche Betriebe besteht die Gefahr, dass weitere, notwendige Düngemaßnahmen nicht mehr finanzierbar sind. Dies würde sich negativ auf Erträge und Qualität auswirken. So verliert beispielsweise Weizen bei unzureichender Düngung an Qualität und kann häufig nur noch als Futterweizen statt als Brotweizen vermarktet werden, was mit entsprechenden Einkommenseinbußen verbunden ist. Im Gegensatz zu anderen Akteuren wie dem Lebensmitteleinzelhandel können die dadurch entstehenden Mehrkosten nicht an die Verbraucher weitergegeben werden, da Weizen auf dem Weltmarkt gehandelt wird und die Preise dort weiterhin auf niedrigem Niveau stagnieren. Während die Kosten weiter steigen, sinken die landwirtschaftlichen Einkommen weiter. Investitionen bleiben aus und gefährden die Zukunftsfähigkeit der Betriebe.

Der RLV fordert kurzfristige Entlastungen bei den Energiekosten, insbesondere durch eine Senkung der Mehrwertsteuer sowie die Aussetzung der CO2-Abgabe auf Düngemittel und Kraftstoffe.

Auch muss der LEH seiner Verantwortung gegenüber der Landwirtschaft gerecht werden: „Gerade bei direkt vermarkteten Produkten müssen faire Erzeugerpreise gezahlt werden, die die gestiegenen Kosten widerspiegeln“, so Gussen.

Langfristig ist es aus Sicht des RLV entscheidend, die heimische Landwirtschaft als strategisch wichtigen Bestandteil der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Infrastruktur zu stärken.

Bonn, den 07. April 2026