Stop and Go bei der Weizenernte
28.07.2021
Durch die starken Regenfälle der letzten Wochen ist bei der rheinischen Weizenernte aktuell „Stop and Go“ angesagt. Das Wetter macht die Getreideernte im Rheinland zur Hängepartie: Ständig unterbrechen immer wiederkehrende Niederschläge die Ernte.
Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, wurden zudem durch die Überschwemmungen auf rund 15 000 ha die Ackerkulturen beschädigt oder sogar zerstört. Dabei bezieht sich der RLV auf die Auswertungen der Landwirtschaftskammer NRW.
Aktuell geht der RLV von durchschnittlichen Ernteerträgen beim Weizen aus. Allerdings könnten die Proteingehalte niedriger ausfallen. Es sei derzeit fraglich, ob dieses Problem in Zusammenhang mit der neuen Düngeverordnung stehe und dauerhaft niedrigere Proteingehalte die Verarbeitungsmöglichkeiten zu qualitativ hochwertigen Mehlen aus dem Rheinland einschränkt. Dies könnte zum Problem werden. Der RLV werde besonders in diesem Jahr die Qualitäten und Erträge analysieren. „Sollten die teils überzogenen Einschränkungen der Düngeverordnung dazu führen, dass heimisches Getreide von den regionalen Mühlen nicht verarbeitet werden kann, besteht ein dringender Korrekturbedarf an den Regeln. Hiervor darf die Politik die Augen nicht verschließen!“, kündigt der RLV an. Regionale Lebensmittelerzeugung sei gerade vor dem Aspekt des Klimaschutzes besonders wichtig und bräuchte vernünftige Rahmenbedingungen. Sonst müsste man trotz bester Böden wie im Rheinland auf Importe zurückgreifen und würde Umweltprobleme nur exportieren, aber nicht lösen. Darum suchen Landwirte gemeinsam mit der Saatgutwirtschaft, den Handelspartnern und Mühlen nach sachgerechten Lösungswegen, die auf wissenschaftlichen Grundlagen basieren und die Aspekte des Umweltschutzes mit den Verbraucherwünschen verbindet.
Weizen ist in Deutschland die bedeutendste Getreideart, weltweit sogar die Nummer 2 nach Mais. Man unterscheidet zwischen Sommerweizen, der im März ausgesät wird, sowie Winterweizen, der im September und Oktober des Vorjahres ausgesät wird. Mit rund 250 000 ha Anbaufläche ist Winterweizen die mit Abstand anbaustärkste Getreideart in NRW. Ungefähr ein Drittel davon stehen im Rheinland.





