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Unwetterschäden in Landwirtschaft und Gartenbau

08.06.2016

RLV-Präsident Conzen bittet Minister Remmel um Unterstützung --- Eingestürzte Brücken, Maisäcker, die aussehen wie Reisfelder, und weggeschwemmte Kartoffeldämme – die Wassermassen haben punktuell im Rheinland sehr stark zugeschlagen. Nach den unwetterartigen Regenfällen der vergangenen Tage sind zahlreiche Landwirte und Gartenbauer insbesondere am Niederrhein, im Rhein-Sieg-Kreis sowie im Kreis Euskirchen durch Schäden an Pflanzenkulturen und Flächen betroffen.

„Allein im Kreis Wesel sind auf 4 000 ha Schäden in der Höhe von geschätzten 4 Mio. € entstanden“, betont Wilhelm Neu, Vizepräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV).

Die Schadensanalyse ist in vollem Gange. In der Region Hamminkeln sind aufgrund der Deichöffnung der Issel, die größere Schäden in flussabwärts gelegenen Regionen abgewendet hat, durch die Wassermassen in erheblichem Umfang landwirtschaftliche Flächen in Mitleidenschaft gezogen worden. Im Raum Sonsbeck hat der Regen acker- und gartenbauliche Kulturen verwüstet. Auch Infrastrukturschäden an Brücken und Straßen sind entstanden. In der Region Bonn sind vor allem Obst- und Gemüsebauer von Hagel und Überschwemmungen betroffen.

Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden erheblichen Schäden hat sich RLV-Präsident Bernhard Conzen am Dienstag (7.6.) an Minister Johannes Remmel gewendet und um Unterstützung bei der Schadenregulierung gebeten. Der Minister, der sich am Dienstag vor Ort in Hamminkeln selbst ein Bild von den Folgen des Unwetters gemacht hat, sagte das in seiner Hand liegende zu, den Betroffenen zu helfen.

„Wir brauchen einen Nothilfefonds, wie er im Jahr 2013 auch in Rheinland-Pfalz aufgelegt wurde. Die Schäden sind zu hoch“, forderte Wilhelm Neu. Damit Unwetter in Zukunft nicht so starke Überschwemmungen nach sich ziehen, fordert der RLV-Vizepräsident endlich bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs aktiv zu werden. „Jeden Tag dürfen allein in NRW 12 ha verbraucht, sprich versiegelt werden. Wo soll das Wasser hinfließen, wenn immer mehr Fläche zubetoniert wird?“, hinterfragt er. Auch der Landesentwicklungsplan NRW sollte auf eine Flächenverbrauchsreduzierung ausgerichtet werden.

Insgesamt konnten die Böden die starken Niederschläge, die bundesweit runtergekommen sind, gut aufnehmen. Das liegt daran, dass die Landwirte in den vergangen Jahren viel für den Erosionsschutz getan haben – zum Beispiel durch Verzicht auf den Pflug, Anbau von Zwischenfrüchten und vielem mehr, sodass die Böden den Regen dank ihrer Struktur gut kompensieren konnten. Vielerorts bemühen sich die Landwirte beim Maisanbau bereits bodenschonend vorzugehen, mit Untersaaten und der pfluglosen Bodenbearbeitung. In den vergangenen Jahren haben sich die Landwirte bei der Konzeption geeigneter Hochwasserschutzmaßnahmen mit dem Ziel eines effektiven Schutzes unter Berücksichtigung der begrenzten Flächenverfügbarkeit eingebracht.

„Das Hochwasser trifft die Bauern in Zeiten absolut schlechter Preise, steigender Bürokratie und immer mehr Auflagen. Kein Wunder, dass die Nerven blank liegen. Zumal nur die Landwirte, die eine Mehrgefahrenversicherung abgeschlossen haben, den Schaden ersetzt bekommen. Daher ist eine Hilfe dringend nötig“, so Neu abschließend.



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