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Nebenerwerbslandwirtschaft: Eine konstante Realität

15.03.2017

Mehr als die Hälfte (52 %) aller landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden aktuell im Nebenerwerb geführt, das heißt, diese Bauern und ihre Familien beziehen weniger als 50 % ihres Einkommens vom landwirtschaftlichen Betrieb. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu feststellt, könne der Nebenerwerb sowohl Übergangsstadium als auch stabile Form einzelbetrieblicher Entwicklungen sein.

Foto: Andrea Hornfischer

Für viele bedeute der Nebenerwerb keinesfalls der Einstieg in den Ausstieg aus der Landwirtschaft, sondern eine eigenständige Form der bäuerlichen Landwirtschaft, die zudem wichtige gesellschaftliche Aufgaben erfülle. Auf die im Nebenerwerb geführten Familienbetriebe entfallen nach RLV-Angaben rund 2,8 Mio. ha LF – das sind durchschnittlich 21 ha je Betrieb. Die im Haupterwerb geführten Betriebe bewirtschaften mit durchschnittlich 66 ha eine mehr als dreimal größere LF als die Nebenerwerbsbetriebe.

Wie der RLV weiter mitteilt, werde auch in Nordrhein-Westfalen fast jeder zweite Bauernhof (45 %) im Nebenerwerb geführt. Allerdings gebe es zwischen den Landesteilen erhebliche Unterschiede: während in Rheinland rund 64 % der Betriebe im Haupterwerb bewirtschaftet würden, „fühlten“ sich in Westfalen-Lippe nur 49 % der Landwirte als Haupterwerbslandwirte. Den höchsten Anteil weise dabei der Regierungsbezirk Düsseldorf mit 71 % auf, gefolgt vom Regierungsbezirk Köln mit 58 %. In Westfalen-Lippe führe der Regierungsbezirk Münster mit 56 % Haupterwerbslandwirten.

Nach Ansicht des RLV bleibe Nebenerwerbslandwirtschaft eine konstante Realität, in manchen Regionen sogar eine dominante Form der Landbewirtschaftung und keineswegs ein „Übergangsstadium“. Nebenerwerbslandwirtschaft trage zur Vielfalt der Erwerbsformen im ländlichen Raum bei und habe zudem eine hohe Bedeutung sowohl für den Erhalt der Kulturlandschaft als auch für die Arbeit im ländlichen Raum.



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